DerMarc
31.03.2010, 20:14
Beim gestrigen Durchstöbern des Bahnhofszeitschriftenladens sprang mir das Titelbild der aktuellen VISIONS entgegen: http://images.visions.de/visions_mag/205_g.jpg
"Who Are You?"...heißt ein Black-Sabbath-Song von 1973. Sie wussten wohl, was auf sie zukommt: Schwallweise spuckt der Underground vor allem Nordamerikas seit einer Weile junge Metalbands aus, die Sabbath, Maiden und Metallica über den Plattenschrank ihrer Eltern kennengelernt haben. Als Spätgeborene haben sie die gleiche Energie zunächst oft in Hardcore-Bands gesucht. Heute spielen sie Stoner, Sludge, Doom oder Prog Metal. Doch ihr DIY-Ethos haben sie sich bewahrt. Schließlich sichert es ihre Unabhängigkeit und damit ihr Ziel: Metal ein neues Aussehen zu geben.
Da ich eine ganze Menge Zeit aber keine Kohle hatte, habe ich mir die zehn Seiten Titelthema komplett durchgelesen und versucht, herauszufinden was dahinter steckt. Es geht in der Artikelsammlung darum, ob es so etwas wie eine neue Metalbewegung gibt und ob es auch ein eigenes Selbstverständnis, Geisteshaltung, kurzum: eine neue "Szene" gibt. Der Stammtischrebell wittert hier natürlich gleich wieder eine neue Marketingoffensive, bei der die Medien Hand in Hand mit den dicken Labels einen neuen Trend kreieren wollen, aber wer mal ein paar Ausgaben der VISIONS durchgeblättert hat, der weiß, dass der Hase bei denen anders läuft.
Letztendlich kommt man auch zum Ergebnis, dass heutzutage kaum von einer "Szene" zu reden ist. Hier sind einfach mal wieder einige Bands, die sich irgendwie ähnlich sind, aber auch ganz anders klingen und teilweise schon seit Jahren rumröhren, zusammengeworfen worden, um zu gucken, ob sie ähnlich ticken.
Das tun sie dann auch tatsächlich. Alle finden -(hier den Namen einer größeren Band wie Metallica, Judas Priest oder Black Sabbath)- ganz supi, aber die Lust am Musik machen haben sie beim Hören von -(hier jetzt Fugazi, Nirvana oder Earth Crisis)- entwickelt, stießen später aber auf spielerisch bessere Bands wie -(Led Zeppelin, Opeth oder Dream Theater)-, wegen denen sie jetzt auch etwas proggiger rumriffen.
Aber ein wirkliches Szeneverständnis gibt es nicht. Eine interviewte Bands beschreibt das so, dass sich heute keine Szenen mehr entwickeln können, da durch das Internet die ganze Welt und ja, auch jedes Musikjahr nur einen Mausklick entfernt ist. Waren schrullige 60er/70er/80er-Bands vor 15 Jahren noch etwas, was man höchstens mal zufällig aus der Wühlkiste mitnahm, kann man sich heute bequem bei Youtube ein Live-Konzert von Pink Floyd aus 1979 reinziehn und dann mal in 80er-Jahre HipHop reinschnuppern.
Putzig fand ich ja die Anmerkung, dass die DIY-Einstellung der beschriebenen Bands sie wohl ewig von den Erfolgen der großen Metalbands fernhalten wird. So wird als Vergleich genannt, dass Metallica mit ihren Jets und Nightlinern auf Tour sind, während The Sword im klapprigen Minivan hinter ihren Idolen herwackeln.
Dass auch eine Band wie Metallica mal in einer Schrottkiste umhergekurvt ist und darum kämpfen musste, überhaupt mal ein Album rausbringen zu können, wobei sie nicht von Anfang an durch ein Spiel namens "Guitar Hero" in die ameriaknischen Haushalte gebracht wurde, wird dabei natürlich unterschlagen.
Jetzt frag ich mich ganz einfach: Kommt da nun wieder "was neues" auf die Metalwelt zu? Wenn der große Unterschied einfach nur ist, dass die Bands irgendwie aus der Hardcore-Ecke kommen und einen alternativen Lebensstil pflegen, frage ich mich doch, wo da der Unterschied zum Metalcore der 2000er (2002-2008 RIP) ist. Ist so ein Artikel dann vielleicht doch nur wieder ein Versuch, einen neuen Trend zum melken zu starten? Sind diese "neuen" Bands nur die Weiterentwicklung für die mittlerweile erwachsen gewordenen Metalcore-Kiddies? Passen diese Bands und ihr ganzes Auftreten einfach nur zum seit einiger Zeit neu wachsenden Lebensstil (ihr wisst schon, diese komische Mischung aus Wohlstandsgeilheit gepaart mit gleichzeitiger "Alternativität", kann man ja auch im Metal-Bereich beobachten)?
"Who Are You?"...heißt ein Black-Sabbath-Song von 1973. Sie wussten wohl, was auf sie zukommt: Schwallweise spuckt der Underground vor allem Nordamerikas seit einer Weile junge Metalbands aus, die Sabbath, Maiden und Metallica über den Plattenschrank ihrer Eltern kennengelernt haben. Als Spätgeborene haben sie die gleiche Energie zunächst oft in Hardcore-Bands gesucht. Heute spielen sie Stoner, Sludge, Doom oder Prog Metal. Doch ihr DIY-Ethos haben sie sich bewahrt. Schließlich sichert es ihre Unabhängigkeit und damit ihr Ziel: Metal ein neues Aussehen zu geben.
Da ich eine ganze Menge Zeit aber keine Kohle hatte, habe ich mir die zehn Seiten Titelthema komplett durchgelesen und versucht, herauszufinden was dahinter steckt. Es geht in der Artikelsammlung darum, ob es so etwas wie eine neue Metalbewegung gibt und ob es auch ein eigenes Selbstverständnis, Geisteshaltung, kurzum: eine neue "Szene" gibt. Der Stammtischrebell wittert hier natürlich gleich wieder eine neue Marketingoffensive, bei der die Medien Hand in Hand mit den dicken Labels einen neuen Trend kreieren wollen, aber wer mal ein paar Ausgaben der VISIONS durchgeblättert hat, der weiß, dass der Hase bei denen anders läuft.
Letztendlich kommt man auch zum Ergebnis, dass heutzutage kaum von einer "Szene" zu reden ist. Hier sind einfach mal wieder einige Bands, die sich irgendwie ähnlich sind, aber auch ganz anders klingen und teilweise schon seit Jahren rumröhren, zusammengeworfen worden, um zu gucken, ob sie ähnlich ticken.
Das tun sie dann auch tatsächlich. Alle finden -(hier den Namen einer größeren Band wie Metallica, Judas Priest oder Black Sabbath)- ganz supi, aber die Lust am Musik machen haben sie beim Hören von -(hier jetzt Fugazi, Nirvana oder Earth Crisis)- entwickelt, stießen später aber auf spielerisch bessere Bands wie -(Led Zeppelin, Opeth oder Dream Theater)-, wegen denen sie jetzt auch etwas proggiger rumriffen.
Aber ein wirkliches Szeneverständnis gibt es nicht. Eine interviewte Bands beschreibt das so, dass sich heute keine Szenen mehr entwickeln können, da durch das Internet die ganze Welt und ja, auch jedes Musikjahr nur einen Mausklick entfernt ist. Waren schrullige 60er/70er/80er-Bands vor 15 Jahren noch etwas, was man höchstens mal zufällig aus der Wühlkiste mitnahm, kann man sich heute bequem bei Youtube ein Live-Konzert von Pink Floyd aus 1979 reinziehn und dann mal in 80er-Jahre HipHop reinschnuppern.
Putzig fand ich ja die Anmerkung, dass die DIY-Einstellung der beschriebenen Bands sie wohl ewig von den Erfolgen der großen Metalbands fernhalten wird. So wird als Vergleich genannt, dass Metallica mit ihren Jets und Nightlinern auf Tour sind, während The Sword im klapprigen Minivan hinter ihren Idolen herwackeln.
Dass auch eine Band wie Metallica mal in einer Schrottkiste umhergekurvt ist und darum kämpfen musste, überhaupt mal ein Album rausbringen zu können, wobei sie nicht von Anfang an durch ein Spiel namens "Guitar Hero" in die ameriaknischen Haushalte gebracht wurde, wird dabei natürlich unterschlagen.
Jetzt frag ich mich ganz einfach: Kommt da nun wieder "was neues" auf die Metalwelt zu? Wenn der große Unterschied einfach nur ist, dass die Bands irgendwie aus der Hardcore-Ecke kommen und einen alternativen Lebensstil pflegen, frage ich mich doch, wo da der Unterschied zum Metalcore der 2000er (2002-2008 RIP) ist. Ist so ein Artikel dann vielleicht doch nur wieder ein Versuch, einen neuen Trend zum melken zu starten? Sind diese "neuen" Bands nur die Weiterentwicklung für die mittlerweile erwachsen gewordenen Metalcore-Kiddies? Passen diese Bands und ihr ganzes Auftreten einfach nur zum seit einiger Zeit neu wachsenden Lebensstil (ihr wisst schon, diese komische Mischung aus Wohlstandsgeilheit gepaart mit gleichzeitiger "Alternativität", kann man ja auch im Metal-Bereich beobachten)?