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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Manilla Road - Mystification


exumer
28.12.2004, 18:15
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Es ist viel schwieriger als man denkt ein Album zu besprechen, dass man persönlich für genial hält, da man doch viel zu schnell bei aller angestrebten Objektivität ins Schwärmen kommt und somit die nötige Distanz zu dem Werk vermissen lässt. Trotzdem will ich mich mal an Manilla Roads sechstes Opus heranwagen und hoffe man verzeiht mir die fehlende Unvoreingenommenheit. Womit fange ich am besten an? Vielleicht damit, dass dieses 1987 veröffentlichte Werk anders ist als die Alben davor. Zwar immer noch episch und mit dem tragenden Gesang von Gitarrenmeister Mark Shelton, doch gleichzeitig auch viel impulsiver und vor allem schneller. Was mit Songs wie „Dementia“ und „Friction in mass“ vom Vorgängeralbum „The deluge“ angefangen wurde, wird hier in konsequenter Weise und technisch perfekt fortgeführt. Schnelle Riffs, kompliziertes, unheimlich breaklastiges Drumming und die über der Musik fast schon schwebende Stimme vom „Shark“, die, in Versen von wirklich poetischer Schönheit, von Fantasy, Horror und längst vergangenen Zeiten erzählt, ergibt eine Mixtur, derem Zauber man sich nur schwer entziehen kann. Selbst die schnellsten Songs des Albums wie „Up from the crypt“ oder „Death by the hammer“ strahlen dabei genau dieses Hochgefühl aus, das man bereits vom Hören von Songs wie „Necropolis“ und „Dreams of Eschaton“ kennt. Besonders hervorheben muss man bei diesem Album die wirklich unglaubliche Leistung der Musiker, allen voran von Randy Foxe. Was dieser Kerl am Schlagzeug veranstaltet ist echt nicht mehr von dieser Welt! Man höre sich nur „Haunted palace“ an und jeder wird verstehen was ich meine. Im Mittelteil des Songs spielt Mark Shelton gar ein Solo auf der Gitarre und Randy Foxe einen Rhythmus dabei, den man auch als Schlagzeugsolo durchgehen lassen könnte. Trotzdem klingt es vor allem durch das präzise Basspiel von Scott Park völlig natürlich und unheimlich tight. Ich glaube Manilla Road waren technisch noch nie so gut und auch später sind sie nie mehr zu dieser musikalischen Perfektion gelangt. Trotzdem klingt das Album sehr natürlich und keinesfalls durch technisches Gefrickel überladen, so dass man das Album auch genießen kann, ohne ständig über die spielerischen Fertigkeiten des Triumvirates nachdenken zu müssen, wie es mir bei vielen Progressive Bands geht. Manilla Road schaffen es mit spielerischer Leichtigkeit komplizierte Parts in die Songs einzubauen und an anderer Stelle simple Riffs und Rhythmen einzubauen, da diese dem Song und der Atmosphäre dort einfach dienlich sind. Nicht viele Musiker, die zeigen wollen was sie drauf haben sind zu sowas in der Lage, was man den drei deswegen um so höher anrechnen muss. Textlich bewegen sich Manilla Road auf altbekannten Fantasy- und Mysterypfaden und lassen sich schon mal von Meistern wie Robert E. Howard („Children of the night“) und vor allem Edgar Allan Poe („Haunted palace“, „Spirits of the dead“, „Valley of unrest“, „Mystification“ und natürlich „Masque of the red death“) inspirieren. Vom Sound her gibt’s bei diesem Album auch nichts mehr zu meckern, da das Re-release nochmal digital remastered wurde und mit dem für Manilla Road besten Sound aufwarten kann den sie je gehabt haben. Alles in Allem ist es den drei gelungen ein abwechslungsreiches, unheimlich kreatives und eigenständiges Album vorzulegen, das auch Leute begeistern könnte, die vorher nicht so viel mit Manilla Road anfangen konnten. Ich komme wirklich nicht drum rum diesem Klassiker die Höchstnote zu geben und ich denke (bzw. hoffe) die Mehrheit von euch wird meine Meinung teilen. May the lords of light be with you!


1. Up from the crypt (3:02)

Nach kurzem „Coffin open“ – Intro geht’s mit dem schnellsten Song des Albums los. Knallharter Thrash Metal trifft auf typisches Manilla Road Songwriting. Klasse Banger!

2. Children of the night (6:54)

Etwas gezügelter geht’s weiter mit einem typischen MR Song, der in seinem ruhigen Mittelteil erstmals an die epischen Lieder der vorigen Alben erinnert

3. Haunted palace (4:22)

Vielleicht technischster Song der Platte, der dennoch oder gerade deswegen zu begeistern weiß! Der Solopart ist göttlich!

4. Spirits of the dead (4:24)

Nach einem MR-typischen Akustikgitarrenanfang geht der Song schnell in einen Midtempo Stampfer über, der in einem absolut genialen und mitreißenden Chorus gipfelt

5. Valley of unrest (3:40)

Das Speed Metal Lied der Platte bei dem mir vor allem das lockere Riffing sehr gut gefällt. Nackenwirbelspaltend!

6. Mystification (5:35)

Die erste von 2 Hymnen auf dem Album! Mit wunderbaren Melodien und Gesangslinien ausgestattetes melancholisches Meisterwerk!

7. Masque of the red death (5:21)

Nachdem die Uhr zur Mitternacht gerufen hat geht’s mit voller Geschwindigkeit los! Die Maske des roten Todes wird gelüftet! „Death shows its face behind the mask!“

8. Death by the hammer (3:45)

Grandioser Hochgeschwindigkeitsbanger den textlich auch Viking oder Black Metal Bands nicht besser hinbekommen hätten!

9. Dragon star (5:55)

DIE Hymne des Albums schlechthin! Erzählt wird in wundervollen Melodien die Geschichte des Haley`schen Kometen und seinen Platz in der menschlichen Geschichte und Mythologie. „This is the way of life, As day must turn to night, The star shall fade away, As we must all one day“ Gänsehautfeeling pur!

10. The asylum (Instrumental) (4:53)

Der Bonus track des CD Re-releases ist ein mit coolen Riffs ausgestattetes Speed Metal Instrumental, aus dem die drei auch ruhig einen richtigen Song hätten machen können


Download:

http://www.truemetal.org/manillaroad (Offizielle Seite)
http://www.monsterrecords.com/monster/manillaroad/index.html (Fanseite)


Review written by exumer


EDIT:

Benotung: 10/10 Punkten