Obsidian
05.09.2005, 23:27
Todtgelichter – „Was bleibt...“
Black Metal
Folter Records
17.01.2005
http://www.wunder2004.de/sf/1.jpg
Nach exakt 13 Sekunden provisorischem Introgeschrammels eröffnen Todtgelichter ihr erstes offizielles Studioalbum „Was bleibt...“ welches nicht wie das vorangegange Demo: „Fluch/ Sog in den Wahn“ per Eigenvertrieb, sondern über das Berliner Label „Folter Records“ veröffentlicht wird.
Der geneigte Hörer muss jedoch noch 2 Minuten doomige Einspielübungen abwarten, bis die fünf Musiker aus deutschen Landen zu der ersten Up-Tempo Black Metal Nummer übergehen.
„Hort des Todes“ ist ein sehr einprägsamer und variabler Titel, der besonders durch die nahezu perfekte Gradwanderung der Sänger getragen wird, ich vermute einmal der eine Pendant ist für die Black-Vocals, sein Gegenüber für die Death-Einschübe verantwortlich, Erstere pendeln zwischen hysterischer Verzweiflung, Melancholie, Aggression und kranker Persversion, man beachte die nur von Gesang getragenen Passagen, die teilweise schon fast an Hellhammer zu „Apocalyptic Raids“ Zeiten erinnern. Als Referenzen kann man grob einen gewissen norwegischen Feuerteufel, der gerade in den melancholischen Passagen sehr offensichtlich als Einfluss hervortritt, und Kanwulf von Nargaroth nennen, jedoch wirkt Morts Gesang keinesfalls als bloßes Plagiat, eine hohe Eigenständigkeit, verbunden mit schon fast greifbarer Emotionalität, ist nicht von der Hand zu weisen.
Dem gegenüber stehen die sehr melodischen Gitarrenläufe, welche vielleicht keinen Preis für Originalität gewinnen mögen, jedoch innerhalb des engen Korsetts des Black Metal mit einer enormen Bandbreite an Variationen, sowie Kleineren, vielleicht nicht beim ersten Hören ersichtlichen, Spielereien aufwarten, welche über die gesamte Spielzeit eine erhöhte Aufmerksamkeit des geneigten Hörers bewirken. Immer wieder schafft „Was bleibt...“ es zu überraschen, bestes Beispiel hierfür ist der Klavier/ Black Metal Übergang am Ende des Titels „Erinnerung eines Wolfes“, welcher schlussendlich in einem sehr bemerkenswerten Klavier-Solo mündet.
Auf inhaltlicher Ebene werden der Tod, Verfall, Vergänglichkeit und teilweise auch die düsteren Fragmente der nordischen Mythologie, defacto Ragnarök, behandelt. Leider ist bei der mir vorliegenden Promo Cd kein Textblatt verfügbar, so dass ich keine Informationen zum genaueren Inhalt geben kann. Einzelne Fragmente sind jedoch halbwegs verständlich, wie etwa während des siebten Liedes „Schlachtenruf“ in dem ein dezent daher gegrunztes „Wotan“ für Aufsehen sorgt. Dies hat wohl auch den Autor eines anderen Magazins zu der These „Todtgelichter spielen Pagan Metal“ kommen lassen. Eben jenes kann ich jedoch keinesfalls unterstützen, meiner Meinung nach wird reinrassiger, war es das was Darkthrone meinten, Black Metal der neueren alten Schule geboten. Auch Produktionstechnisch gibt man sich keine Blöße, alle Instrumente klirren sauber und differenziert aus der heimischen Anlage, ohne jedoch Nuclear Blast ähnlich steril und seelenlos zu klingen.
Zusammengefasst kann ich eine bedingungslose Kaufemfehlung für Liebhaber des trendfreien Schwarzstahls aussprechen, großartige Innovationen sollten natürlich nicht erwartet werden, aber ich denke nicht das der Fokus auf solcherlei Aspekten liegt.
Obsidian für metallized.de
Interaktives Magazin & Diskussionsplattform
Black Metal
Folter Records
17.01.2005
http://www.wunder2004.de/sf/1.jpg
Nach exakt 13 Sekunden provisorischem Introgeschrammels eröffnen Todtgelichter ihr erstes offizielles Studioalbum „Was bleibt...“ welches nicht wie das vorangegange Demo: „Fluch/ Sog in den Wahn“ per Eigenvertrieb, sondern über das Berliner Label „Folter Records“ veröffentlicht wird.
Der geneigte Hörer muss jedoch noch 2 Minuten doomige Einspielübungen abwarten, bis die fünf Musiker aus deutschen Landen zu der ersten Up-Tempo Black Metal Nummer übergehen.
„Hort des Todes“ ist ein sehr einprägsamer und variabler Titel, der besonders durch die nahezu perfekte Gradwanderung der Sänger getragen wird, ich vermute einmal der eine Pendant ist für die Black-Vocals, sein Gegenüber für die Death-Einschübe verantwortlich, Erstere pendeln zwischen hysterischer Verzweiflung, Melancholie, Aggression und kranker Persversion, man beachte die nur von Gesang getragenen Passagen, die teilweise schon fast an Hellhammer zu „Apocalyptic Raids“ Zeiten erinnern. Als Referenzen kann man grob einen gewissen norwegischen Feuerteufel, der gerade in den melancholischen Passagen sehr offensichtlich als Einfluss hervortritt, und Kanwulf von Nargaroth nennen, jedoch wirkt Morts Gesang keinesfalls als bloßes Plagiat, eine hohe Eigenständigkeit, verbunden mit schon fast greifbarer Emotionalität, ist nicht von der Hand zu weisen.
Dem gegenüber stehen die sehr melodischen Gitarrenläufe, welche vielleicht keinen Preis für Originalität gewinnen mögen, jedoch innerhalb des engen Korsetts des Black Metal mit einer enormen Bandbreite an Variationen, sowie Kleineren, vielleicht nicht beim ersten Hören ersichtlichen, Spielereien aufwarten, welche über die gesamte Spielzeit eine erhöhte Aufmerksamkeit des geneigten Hörers bewirken. Immer wieder schafft „Was bleibt...“ es zu überraschen, bestes Beispiel hierfür ist der Klavier/ Black Metal Übergang am Ende des Titels „Erinnerung eines Wolfes“, welcher schlussendlich in einem sehr bemerkenswerten Klavier-Solo mündet.
Auf inhaltlicher Ebene werden der Tod, Verfall, Vergänglichkeit und teilweise auch die düsteren Fragmente der nordischen Mythologie, defacto Ragnarök, behandelt. Leider ist bei der mir vorliegenden Promo Cd kein Textblatt verfügbar, so dass ich keine Informationen zum genaueren Inhalt geben kann. Einzelne Fragmente sind jedoch halbwegs verständlich, wie etwa während des siebten Liedes „Schlachtenruf“ in dem ein dezent daher gegrunztes „Wotan“ für Aufsehen sorgt. Dies hat wohl auch den Autor eines anderen Magazins zu der These „Todtgelichter spielen Pagan Metal“ kommen lassen. Eben jenes kann ich jedoch keinesfalls unterstützen, meiner Meinung nach wird reinrassiger, war es das was Darkthrone meinten, Black Metal der neueren alten Schule geboten. Auch Produktionstechnisch gibt man sich keine Blöße, alle Instrumente klirren sauber und differenziert aus der heimischen Anlage, ohne jedoch Nuclear Blast ähnlich steril und seelenlos zu klingen.
Zusammengefasst kann ich eine bedingungslose Kaufemfehlung für Liebhaber des trendfreien Schwarzstahls aussprechen, großartige Innovationen sollten natürlich nicht erwartet werden, aber ich denke nicht das der Fokus auf solcherlei Aspekten liegt.
Obsidian für metallized.de
Interaktives Magazin & Diskussionsplattform