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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Yukio Mishima


Wilhelm von Junzt
14.06.2011, 22:58
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Am 25. November marschierten mehrere Mitglieder der nationalistischen Tatenokai (Schildgesellschaft) in die Tokyoter Kaserne der Selbstverteidigungsstreitkräfte ein, nahmen den diensthabenden Kommandanten als Geisel, forderten vor dem versammelten Militärpersonal die Restauration der Monarchie und ernteten als Reaktion darauf nichts weiter als Spott und Hohn, worauf der Anführer der Gruppe, ein alternder Literat, rituellen Selbstmord durch Seppuku beging und sich von seinen Anhängern mit einem Schwert enthaupten ließ.

Auf diese Art endete an jenem Tag das Leben des 45jährigen Yukio Mishimas. Mishima war damals immer noch einer der auch international angesehensten Autoren Japans, auch wenn seine späteren Werke wie die "Das Meer der Fruchtbarkeit"-Tetralogie bei Kritikern wie Publikum eher auf Ablehnung stießen. In seinen letzten Lebensjahren hatte Mishima sich dem Hagakure, dem Weg des Samurai, sowie dem Patriotismus und dem Bodybuilding zugewandt. Diese Entwicklung war insofern bemerkenswert, als dass sich der junge Schriftsteller zu Beginn seiner Karriere fast ausschließlich mit den perversen und grausamen Seiten der menschlichen Existenz beschäftigt hatte. In dem autobiographisch geprägten "Geständnis einer Maske" offenbarte er zum ersten Mal seine Obsession mit der Passionsgeschichte des Heiligen Sebastians. Der christliche Märtyrer war laut Legende an einen Pfahl gebunden und von Pfeilen durchbohrt worden, eine Vorstellung, die in Mishima offensichtlich sexuelle Erregung hervorrief. Seine Romane lesen sich so stellenweise wie nichts anderes als die sadistischen Beschreibungen archaischer Opferrituale. in seinem 1956 erschienenen "Der Tempelbrand" verarbeitete er die reale Brandstiftung am Kinkaku-ji, einem buddhistischen Tempel in Kyoto. Hier liegt eventuell ein weiterer Schlüssel zum Schicksal Mishimas, wird die Wahsninsstat im Roman doch dadurch begründet, dass der Protagonist die Schönheit des Tempels nicht ertragen kann und Sinn und Zweck der Schönheit letztendlich allein in der Zerstörung liegen.

Wilhelm von Junzt
02.08.2011, 23:23
gkRX1qNXgkU

Ein kleines Tribut-Video zu Mishimas Ehren.

Narasimhadeva
03.08.2011, 00:25
Klasse Typ!