Obsidian
09.09.2005, 11:21
Antharos – „Feuertaufe“
Epic Black Metal
Eigenvertrieb
http://www.wunder2004.de/sf/feuertaufe.jpg
Den grundlegenden Stil dieser aus dem schönen Jena stammenden Combo zu fixieren fällt in Anbetracht der Vielseitigkeit relativ kompliziert aus. Auch die hohe Anzahl der involvierten Musiker, sieben an der Zahl, davon allein drei am Mikrophon beschäftigt, gestaltet diese Aufgabe nicht leichter.
Ich will mich nun aber nicht auf Schubladendenken versteifen und versuchen Zwanghaft Anhaltspunkte zur Beschreibung zu finden und zitiere einfach mal die Formulierung von Seiten der Band:
„(Antharos) spielen eine melodisch dunkle Legierung verschiedener Metalle, sowohl hymnisch als auch schwarzmetallisch beeinflusst.“ So weit so gut...
Leider bin ich beim Hören des Demos hin- und hergerissen. Auf der einen Seite erfreuen passende Melodiebögen, hervorragende Black Metal Vocals und eine gute Abstimmung untereinander, auf der anderen Seite zerstören die eigenartig gegrunzten Death Metal Vocals des zweiten Shouters die aufgebaute Atmosphäre und sorgen nicht für die angedachte Abwechslung, sondern eher für einen großen Störfaktor des gesamten Aufbaus. Ich vermute den Ursprung in der leider nicht sehr klar aufgenommen Gesangsspur, es könnte eventuell auch ein unpassender gewählter Filter sein. Ein weiterer Minuspunkt ist ,meiner Meinung nach, das Schlagzeug, welches durch unzählige Breaks einen strukturierten Ablauf des Demos behindert. Eben jenes scheint im übrigen das Hauptproblem der jungen Band zu sein, manchmal versuchen sie einfach zu viele Ideen in einen einziges Lied zu pressen, verrennen sich dann aber im undifferenzierten Klangchaos, Schlussfolgerung ist, dass das Endergebnis wenig homogen und flüssig wirkt. Getreu dem Motto: „Manchmal ist weniger mehr...“
Positiv auffallend ist das angenehm zurückhaltende, keinesfalls kitschig, sondern sehr passend gespielte Keyboard, welches sich gut in das Klangbild einfügt und die gesanglichen Zweikämpfe der beiden Hauptsänger atmosphärisch begleitet.
Da sich die einzelnen Lieder, wie anfangs erwähnt in Stilrichtung und Qualität recht deutlich unterscheiden folgt eine detailierte Beschreibung der einzelnen Songs.
I.Sturm
Ohne Intro starten Antharos in das „Feuertaufe“ Demo. Sturm ist eine Up-Tempo Epic Black Metal Nummer mit treibenden Gitarren und feiner Keyboarduntermalung. Häufiger wird in den schleppenden Mid-Tempo Bereich gewechselt, was dem Ganzen eine gewisse Dynamik verleiht. Leider fehlt hier die wirklich zwingende Melodie, so dass im Endeffekt wenig hängen bleibt.
II.Legion Of Darkness
Dieses Stück beginnt mit einem kurzen Akustik-Intro, welches dann in einen fast dooming langsamen Gesamtaufbau wechselt. Der Chorus ist recht ansprechend, und die Melodie eignet sich gut zum gepflegten Mitsingen. Leider geht dem Lied zum Ende die Luft aus, acht Minuten sind dafür einfach zu lang angesetzt, so dass leider gepflegte Langeweile einsetzt.
III.Fenrir
Erinnert mich etwas an „Legion of Darkness“, das Konzept und die Grundmelodie sind ansprechend, nur leider erstreckt sich dieses Stück über elf Minuten, also kann man dieselbe Kritik wie oben anwenden kann. Aus sicherer Quelle habe ich übrigens erfahren, dass die Live Version von „Fenrir“ mittlerweile gekürzt wurde und somit um einiges kompakter ist. Ein weise Entscheidung.
IV.Tochlands Letztes Aufgebot
Sehr interessant gestaltet sich „Tochlands Letztes Aufgebot“ welches mit einer schönen Melodie, getragen von klaren Gesang, zu begeistern weiß. Alles ist sehr kompakt und zielstrebig komponiert, endlich ein Austritt aus dem Mid-Tempo Trott, für mich eines der Album Highlights. Auch das Zusammenspiel der Sänger wird in diesem Lied erstmal wirklich fördernd ausgenutzt.
V.Raging Revenge
Beginnt atmosphärisch mit einem netten Spoken-Word Teil welcher in die beste Melodie des gesamten Demos überwechselt. Hier wird das Potenzial der Band sehr deutlich, eine gute Mischung aus Pathos und Aggressivität, getragen von majestätischer Epic. Klasse ist auch der Up-Tempo Part zur Hälfte von „Raging Revenge“, nur leider tritt danach das schon oben genannte Problem der Band auf. Man verliert sich in tausende Tempowechsel und Breaks, der klare Aufbau geht komplett verloren und am Ende steht der ratlose Hörer allein in der Tundra...
Insgesamt also eine zwiespältige Angelegenheit, glücklicherweise lässt man von Seiten der Band vorlauten, dass dieses Demo schon lange „nicht mehr repräsentativ“ sei, ich freue mich jedenfalls auf neue Werke, dass Potenzial ist vorhanden, jetzt fehlt nur die in der Wirtschaft häufig angepriesene „Fokussierung auf das Kerngeschäft“.
Das Demo ist übrigens mittlerweile ausverkauft.
Obsidian für metallized.de
Interaktives Magazin und Diskussionsplattform
Epic Black Metal
Eigenvertrieb
http://www.wunder2004.de/sf/feuertaufe.jpg
Den grundlegenden Stil dieser aus dem schönen Jena stammenden Combo zu fixieren fällt in Anbetracht der Vielseitigkeit relativ kompliziert aus. Auch die hohe Anzahl der involvierten Musiker, sieben an der Zahl, davon allein drei am Mikrophon beschäftigt, gestaltet diese Aufgabe nicht leichter.
Ich will mich nun aber nicht auf Schubladendenken versteifen und versuchen Zwanghaft Anhaltspunkte zur Beschreibung zu finden und zitiere einfach mal die Formulierung von Seiten der Band:
„(Antharos) spielen eine melodisch dunkle Legierung verschiedener Metalle, sowohl hymnisch als auch schwarzmetallisch beeinflusst.“ So weit so gut...
Leider bin ich beim Hören des Demos hin- und hergerissen. Auf der einen Seite erfreuen passende Melodiebögen, hervorragende Black Metal Vocals und eine gute Abstimmung untereinander, auf der anderen Seite zerstören die eigenartig gegrunzten Death Metal Vocals des zweiten Shouters die aufgebaute Atmosphäre und sorgen nicht für die angedachte Abwechslung, sondern eher für einen großen Störfaktor des gesamten Aufbaus. Ich vermute den Ursprung in der leider nicht sehr klar aufgenommen Gesangsspur, es könnte eventuell auch ein unpassender gewählter Filter sein. Ein weiterer Minuspunkt ist ,meiner Meinung nach, das Schlagzeug, welches durch unzählige Breaks einen strukturierten Ablauf des Demos behindert. Eben jenes scheint im übrigen das Hauptproblem der jungen Band zu sein, manchmal versuchen sie einfach zu viele Ideen in einen einziges Lied zu pressen, verrennen sich dann aber im undifferenzierten Klangchaos, Schlussfolgerung ist, dass das Endergebnis wenig homogen und flüssig wirkt. Getreu dem Motto: „Manchmal ist weniger mehr...“
Positiv auffallend ist das angenehm zurückhaltende, keinesfalls kitschig, sondern sehr passend gespielte Keyboard, welches sich gut in das Klangbild einfügt und die gesanglichen Zweikämpfe der beiden Hauptsänger atmosphärisch begleitet.
Da sich die einzelnen Lieder, wie anfangs erwähnt in Stilrichtung und Qualität recht deutlich unterscheiden folgt eine detailierte Beschreibung der einzelnen Songs.
I.Sturm
Ohne Intro starten Antharos in das „Feuertaufe“ Demo. Sturm ist eine Up-Tempo Epic Black Metal Nummer mit treibenden Gitarren und feiner Keyboarduntermalung. Häufiger wird in den schleppenden Mid-Tempo Bereich gewechselt, was dem Ganzen eine gewisse Dynamik verleiht. Leider fehlt hier die wirklich zwingende Melodie, so dass im Endeffekt wenig hängen bleibt.
II.Legion Of Darkness
Dieses Stück beginnt mit einem kurzen Akustik-Intro, welches dann in einen fast dooming langsamen Gesamtaufbau wechselt. Der Chorus ist recht ansprechend, und die Melodie eignet sich gut zum gepflegten Mitsingen. Leider geht dem Lied zum Ende die Luft aus, acht Minuten sind dafür einfach zu lang angesetzt, so dass leider gepflegte Langeweile einsetzt.
III.Fenrir
Erinnert mich etwas an „Legion of Darkness“, das Konzept und die Grundmelodie sind ansprechend, nur leider erstreckt sich dieses Stück über elf Minuten, also kann man dieselbe Kritik wie oben anwenden kann. Aus sicherer Quelle habe ich übrigens erfahren, dass die Live Version von „Fenrir“ mittlerweile gekürzt wurde und somit um einiges kompakter ist. Ein weise Entscheidung.
IV.Tochlands Letztes Aufgebot
Sehr interessant gestaltet sich „Tochlands Letztes Aufgebot“ welches mit einer schönen Melodie, getragen von klaren Gesang, zu begeistern weiß. Alles ist sehr kompakt und zielstrebig komponiert, endlich ein Austritt aus dem Mid-Tempo Trott, für mich eines der Album Highlights. Auch das Zusammenspiel der Sänger wird in diesem Lied erstmal wirklich fördernd ausgenutzt.
V.Raging Revenge
Beginnt atmosphärisch mit einem netten Spoken-Word Teil welcher in die beste Melodie des gesamten Demos überwechselt. Hier wird das Potenzial der Band sehr deutlich, eine gute Mischung aus Pathos und Aggressivität, getragen von majestätischer Epic. Klasse ist auch der Up-Tempo Part zur Hälfte von „Raging Revenge“, nur leider tritt danach das schon oben genannte Problem der Band auf. Man verliert sich in tausende Tempowechsel und Breaks, der klare Aufbau geht komplett verloren und am Ende steht der ratlose Hörer allein in der Tundra...
Insgesamt also eine zwiespältige Angelegenheit, glücklicherweise lässt man von Seiten der Band vorlauten, dass dieses Demo schon lange „nicht mehr repräsentativ“ sei, ich freue mich jedenfalls auf neue Werke, dass Potenzial ist vorhanden, jetzt fehlt nur die in der Wirtschaft häufig angepriesene „Fokussierung auf das Kerngeschäft“.
Das Demo ist übrigens mittlerweile ausverkauft.
Obsidian für metallized.de
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