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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jean Raspail


Wilhelm von Junzt
07.09.2011, 12:08
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Frankophone dürften mit dem literarischen Werk des 1925 geborenen Jean Raspail deutlich mehr Freude haben als andere. Von den weit über 30 Büchern, die bisher von ihm veröffentlicht wurden, sind nämlich bisher gerade einmal zwei auf Deutsch erschienen, nämlich Das Heerlager der Heiligen (1972) und Sire (1990). Raspails literarische Bekanntheit ist vorallem auf das erstgenannte Werk zurückzuführen. Das Heerlager lässt sich imho am Besten als eine bitterböse Gesellschaftssatire beschreiben, in der von Kalkutta aus knapp eine Million bettelarmer Inder in See sticht und letztendlich zu dem Funken wird, der zum gesellschaftlichen Zusammenbruch Frankreichs und des Abendlandes führt, noch bevor die Flüchtlinge überhaupt an der Mittelmeerküste angekommen sind.

Als eine logische Folge davon ist Raspail ein beliebter Inerviewpartner insbesondere bei deutschen Migrationskritikern. In seinem zweiten in Deutschland erhältlichen Roman, Sire, erzählt er in utopischer Manier von der Restauration der französischen Monarchie und der Inthronisation eines der letzten Abkömmlinge der Bourbonen-Dynastie. Der Verlag, in dem Sire erschien, ist eigentlich eher als katholischer Fachverlag für theologische und krichenhistorische Literatur bekannt. Raspail soll selbst Monarchist sein, ebenso wie er in früheren Jahren die Welt bereiste und sich für die Rechte der Amerikanischen Indianer einsetzte. Außerdem ist er unter anderem Preisträger der Académie française. Das Problem bei diesen Informationen ist allerdings, dass es relativ wenige davon über die Sprachbarriere schaffen.