exumer
08.03.2006, 15:23
Zwei Reviews - Zwei Meinungen?
Darkthrone – „The Cult is Alive“
Darstellung: exumer
http://img343.imageshack.us/img343/8320/darkthronecover7cw.jpg (http://imageshack.us)
Label: Peaceville Records
VÖ-Jahr: 2006
Genre: Unholy Black Metal
Homepage: http://www.darkthrone.no
Besetzung: Nocturno Culto – Vocals, Bass, Gitarre
Fenriz – Drums, Vocals, Poetry
Tracklist:
1. The cult of Goliath
2. Too old, too cold
3. Atomic coming
4. Graveyard slut
5. Underdogs and overlords
6. Whisky funeral
7. De underjordiske (Aelia capitolina)
8. Tyster pa gud
9. Shut up
10. Forebyggende krig
Spielzeit: 38:52
Darkthrone sind wieder da. Und eventuell schaffen die zwei es mit diesem 11ten Album endlich, ihren Status innerhalb der so genannten Szene zu Grabe zu tragen. Wieso? Nun, das Album beinhaltet einige Elemente, die eher unverträglich sind für das Verständnis des Black Metal von so manchem 15jährigen Elitekämpfer. Die Punk- und Hardcorewurzeln der 2 Norweger treten hierbei recht oft und viel augenscheinlicher zutage, als es noch auf vorherigen Alben der Fall war. Darkthrone scheißen mit diesem Album auf jeden, der zu wissen meint, wie Black Metal und Darkthrone im speziellen zu klingen haben. Dieses Album ist ein Riesen-Mittelfinger, der sich der heutigen Szene von Besserwissern und verpickelten Kinderzimmerkriegern entgegestreckt. Scheiß auf die Szene, scheiß auf die Fans, wir stehen darüber.
Und aus diesem Grund mag ich das Album wirklich. Hier wird sich einen Dreck um gängige Konventionen gekümmert und Klangregeln des Black Metal, die von Leuten aufgestellt wurden, die vor 15 Jahren noch nicht annähernd Haare am Sack hatten, werden gebrochen und mit Füßen getreten. Oh, es ist eine wahre Freude die ganzen Hasstiraden im Netz über dieses Album zu lesen, die meistgehasste Band der Welt hat ihr Ziel wirklich erreicht.
Brachial eingeleitet wird das Album von „The cult of Goliath“, welches schon die ersten seichten Einflüsse von uraltem Punk, Motörhead und Discharge erkennen lässt. Das nächste „Too old, too cold“, was man bereits von der „Chartssingle“ kennt, kommt dann sehr rockig daher und macht wirklich Lust auf mehr. Das Piggy von Voivod gewidmete „Atomic coming“ verarbeitet dementsprechend auch Einflüsse der kanadischen Psycho-Thrasher, gepaart mit den Panzerfaustartigen Vocals von Nocturna Culto. Das von der EP bekannte und hier auf der Full Length von Fenriz gesungene „Graveyard slut“ ist dann auch schon das nächste Highlight des Albums, obwohl es ein fast schon zu dreistes „Satanic rites“ Ripp off ist. Hellhammer lässt hier nicht nur grüßen, Fenriz geht hier haarscharf am Tantiemen bezahlen vorbei, trotzdem hat der Song gehörig Schmiss und gefällt mir ausgesprochen gut. Die „Uhhh“’s, „Hey, hey“’s und „Wow“’s sind wirklich Tom G. Warrior-, bzw. Satanic Slaughter-verdächtig! „Underdogs and overlords“ ist auf dem Album wohl das Darkthrone typischste Lied und wird vom nächsten Highlight namens „Whiskey funeral“ abgelöst. Wie der Titel schon vermuten lässt, kommt der Song sehr rotzig und assig rüber, versprüht Darkthrone Charme mit Punk Attitüde. Die restlichen Lieder schließen sich der allgemeinen Betrachtung an und fallen gegenüber den vorherigen Songs auch nicht ab.
Was bleibt ist ein sehr ungewöhnliches, obwohl eigentlich logisch nachvollziehbares Album, was sich der absoluten Ursprüngen der Szene der 80er erinnert und trotzdem zu 100% nach Darkthrone mit seinem Unholy Black Metal klingt, ohne gleichzeitig den heutigen Normen des Black Metal zu entsprechen. Klingt ungewöhnlich, ist aber so. Darkthrone werden sich mit diesem Album wenig Freunde machen, wollen sie auch gar nicht. Es ist wirklich ein Riesenspaß, der Band dabei zuzuschauen, wie sie auf 1000 Füße gleichzeitig tritt. In diesem Sinne eine Zeile, die mir wirklich aus der Seele spricht:
„Nothing to prove, I’m just a hellish Rock ’n’ Roll freak!“
Bewertung: 10/10 Punkte
exumer für metallized.de
Darkthrone – „The Cult is Alive“
Darstellung: Obsidian
Intime Geständnisse aus der metallized.de Redaktion…Eigentlich war für das neue Darkthrone Release ein Schwarz/ Weiß Review zweier Redaktionsmitglieder geplant, wobei mir, als bekennender Gegner der neueren Darkthrone Platten, die Aufgabe des Zerreiß obliegen sollte. Denn mal ehrlich, weder „Sardonic Warth“, noch „Hate Them“ konnten wirklich überzeugen, zu ausgelaugt und gelangweilt wirkten diese Outputs auf mich. Seinerzeit ließ ich mich sogar zu der These verleiten, dass Darkthrone sich wohl besser aufgelöst hätten…Originalwortlaut:
„…., nur bei Darkthrone bin ich in dieser Hinsicht äußerst pessimistisch, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren...“
Der Mensch irrt solang er strebt…
Was sich bereits mit der Single „too old, too cold“ abzeichnete, manifestiert sich nun auch auf „The Cult is Alive“! Kein Hoffnungsschimmer, sondern ein Faustschlag gegen die selbstverliebte, arrogante Szene, gegen Keyboardteppiche, Ausverkauf und gegen die Pest der politischen Unterwanderung.
„You call your metal black?“
Roh und ungeschliffen, durchsetzt mit Punk und Rock’n’Roll Elementen rumpelt „The Cult is Alive“ jegliche Grundsätze des Spät 90’er Black Metal über den Haufen. Mehr als Motörhead des Black Metal muss ich nun wirklich nicht sagen…
Ansonsten kann ich mich exumer’s Meinung bedingungslos anschließen, nur bei der Endnote füge ich einen geringen Abzug ein. 10/10 vergebe ich erst, wenn Nocturno Culto endlich mal seine Gitarre stimmt.
Nolens volens
9,5 /10
Obsidian für metallized.de
Darkthrone – „The Cult is Alive“
Darstellung: exumer
http://img343.imageshack.us/img343/8320/darkthronecover7cw.jpg (http://imageshack.us)
Label: Peaceville Records
VÖ-Jahr: 2006
Genre: Unholy Black Metal
Homepage: http://www.darkthrone.no
Besetzung: Nocturno Culto – Vocals, Bass, Gitarre
Fenriz – Drums, Vocals, Poetry
Tracklist:
1. The cult of Goliath
2. Too old, too cold
3. Atomic coming
4. Graveyard slut
5. Underdogs and overlords
6. Whisky funeral
7. De underjordiske (Aelia capitolina)
8. Tyster pa gud
9. Shut up
10. Forebyggende krig
Spielzeit: 38:52
Darkthrone sind wieder da. Und eventuell schaffen die zwei es mit diesem 11ten Album endlich, ihren Status innerhalb der so genannten Szene zu Grabe zu tragen. Wieso? Nun, das Album beinhaltet einige Elemente, die eher unverträglich sind für das Verständnis des Black Metal von so manchem 15jährigen Elitekämpfer. Die Punk- und Hardcorewurzeln der 2 Norweger treten hierbei recht oft und viel augenscheinlicher zutage, als es noch auf vorherigen Alben der Fall war. Darkthrone scheißen mit diesem Album auf jeden, der zu wissen meint, wie Black Metal und Darkthrone im speziellen zu klingen haben. Dieses Album ist ein Riesen-Mittelfinger, der sich der heutigen Szene von Besserwissern und verpickelten Kinderzimmerkriegern entgegestreckt. Scheiß auf die Szene, scheiß auf die Fans, wir stehen darüber.
Und aus diesem Grund mag ich das Album wirklich. Hier wird sich einen Dreck um gängige Konventionen gekümmert und Klangregeln des Black Metal, die von Leuten aufgestellt wurden, die vor 15 Jahren noch nicht annähernd Haare am Sack hatten, werden gebrochen und mit Füßen getreten. Oh, es ist eine wahre Freude die ganzen Hasstiraden im Netz über dieses Album zu lesen, die meistgehasste Band der Welt hat ihr Ziel wirklich erreicht.
Brachial eingeleitet wird das Album von „The cult of Goliath“, welches schon die ersten seichten Einflüsse von uraltem Punk, Motörhead und Discharge erkennen lässt. Das nächste „Too old, too cold“, was man bereits von der „Chartssingle“ kennt, kommt dann sehr rockig daher und macht wirklich Lust auf mehr. Das Piggy von Voivod gewidmete „Atomic coming“ verarbeitet dementsprechend auch Einflüsse der kanadischen Psycho-Thrasher, gepaart mit den Panzerfaustartigen Vocals von Nocturna Culto. Das von der EP bekannte und hier auf der Full Length von Fenriz gesungene „Graveyard slut“ ist dann auch schon das nächste Highlight des Albums, obwohl es ein fast schon zu dreistes „Satanic rites“ Ripp off ist. Hellhammer lässt hier nicht nur grüßen, Fenriz geht hier haarscharf am Tantiemen bezahlen vorbei, trotzdem hat der Song gehörig Schmiss und gefällt mir ausgesprochen gut. Die „Uhhh“’s, „Hey, hey“’s und „Wow“’s sind wirklich Tom G. Warrior-, bzw. Satanic Slaughter-verdächtig! „Underdogs and overlords“ ist auf dem Album wohl das Darkthrone typischste Lied und wird vom nächsten Highlight namens „Whiskey funeral“ abgelöst. Wie der Titel schon vermuten lässt, kommt der Song sehr rotzig und assig rüber, versprüht Darkthrone Charme mit Punk Attitüde. Die restlichen Lieder schließen sich der allgemeinen Betrachtung an und fallen gegenüber den vorherigen Songs auch nicht ab.
Was bleibt ist ein sehr ungewöhnliches, obwohl eigentlich logisch nachvollziehbares Album, was sich der absoluten Ursprüngen der Szene der 80er erinnert und trotzdem zu 100% nach Darkthrone mit seinem Unholy Black Metal klingt, ohne gleichzeitig den heutigen Normen des Black Metal zu entsprechen. Klingt ungewöhnlich, ist aber so. Darkthrone werden sich mit diesem Album wenig Freunde machen, wollen sie auch gar nicht. Es ist wirklich ein Riesenspaß, der Band dabei zuzuschauen, wie sie auf 1000 Füße gleichzeitig tritt. In diesem Sinne eine Zeile, die mir wirklich aus der Seele spricht:
„Nothing to prove, I’m just a hellish Rock ’n’ Roll freak!“
Bewertung: 10/10 Punkte
exumer für metallized.de
Darkthrone – „The Cult is Alive“
Darstellung: Obsidian
Intime Geständnisse aus der metallized.de Redaktion…Eigentlich war für das neue Darkthrone Release ein Schwarz/ Weiß Review zweier Redaktionsmitglieder geplant, wobei mir, als bekennender Gegner der neueren Darkthrone Platten, die Aufgabe des Zerreiß obliegen sollte. Denn mal ehrlich, weder „Sardonic Warth“, noch „Hate Them“ konnten wirklich überzeugen, zu ausgelaugt und gelangweilt wirkten diese Outputs auf mich. Seinerzeit ließ ich mich sogar zu der These verleiten, dass Darkthrone sich wohl besser aufgelöst hätten…Originalwortlaut:
„…., nur bei Darkthrone bin ich in dieser Hinsicht äußerst pessimistisch, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren...“
Der Mensch irrt solang er strebt…
Was sich bereits mit der Single „too old, too cold“ abzeichnete, manifestiert sich nun auch auf „The Cult is Alive“! Kein Hoffnungsschimmer, sondern ein Faustschlag gegen die selbstverliebte, arrogante Szene, gegen Keyboardteppiche, Ausverkauf und gegen die Pest der politischen Unterwanderung.
„You call your metal black?“
Roh und ungeschliffen, durchsetzt mit Punk und Rock’n’Roll Elementen rumpelt „The Cult is Alive“ jegliche Grundsätze des Spät 90’er Black Metal über den Haufen. Mehr als Motörhead des Black Metal muss ich nun wirklich nicht sagen…
Ansonsten kann ich mich exumer’s Meinung bedingungslos anschließen, nur bei der Endnote füge ich einen geringen Abzug ein. 10/10 vergebe ich erst, wenn Nocturno Culto endlich mal seine Gitarre stimmt.
Nolens volens
9,5 /10
Obsidian für metallized.de