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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Savatage


Antaia
02.03.2005, 22:51
Salve!

Eine meiner Lieblings Bands :D

1981 gründen die beiden Oliva-Brüder Jon (vocals, bass, keyboard) und Criss zusammen mit Steve "Dr. Killdrums" Wachholz im Rausch der Götterscheiben von Rush in Tampa, Florida, die Band Avatar. Steve muss sich seine Sporen erst noch verdienen, da er den Oliva-Knaben nicht laut genug spielt, und erst, nachdem er sich zwei geklaute Golfschläger zu Sticks zurecht gesägt und sein Kit in Grund und Boden geknüppelt hat, sind die beiden zufrieden. Nachdem sich dann noch Keith Collins auf Grund seines Besitzes einer P.A. und einer Bass-Anlage als Viersaiter qualifiziert, steht den Auftritten nichts mehr im Wege.
Ein Jahr später macht ein Mann namens Dan Johnson von Par Records den Vorschlag, eine Platte aufzunehmen. Zuerst sind die vier noch skeptisch, willigen nach dessen Drängen aber ein und tauchen im August 1982 in den inzwischen legendären Morrissound Studios auf. Dort spielen Avatar ihre erste Single "City Beneath The Surface" ein, bevor sie sich an die Aufnahmen zu "Sirens" machen.

Zusammen mit Jim Morris spielen sie die Songs innerhalb kürzester Zeit für ein lächerlich geringes Budget ein. Als das Cover für "Sirens" schon auf dem Weg zum Druck ist, bekommt Jon mitgeteilt, dass der Name Avatar bereits von einer anderen Band rechtlich gesichert sei. Also setzen sich die Brüder zusammen und einigen sich schließlich auf einen Namen, der die Avatar-Idee noch in den Grundzügen reflektiert: Savatage. Nach der ersten Veröffentlichung geht es Schlag auf Schlag. Der Vertrag mit Music For Nations läuft nach "The Dungeons Are Calling" aus, "Power Of The Night" ist Savatages Debüt auf Atlantic Records. Für Europa schaffen es die Savas ins Vorprogramm von Motörhead und hinterlassen sogar bei deren Chef Lemmy einen hervorragenden Eindruck.

Nach der Tour ist Basser Keith Geschichte und der Name Johnny Lee Middleton aktuell. Dieser hat zuvor in einer Haarspray Band-der Marke Poison gezockt und muss sich erst mal abschminken, bevor er zur Band stößt. Er stellt sich jedoch schnell als perfekte Besetzung heraus. Weniger perfekt laufen die Aufnahmen für "Fight For The Rock" und die anschließende Konzertreise. Bandintern spricht man nur von "Fight For The Nightmare" bzw. der "Fight For The Paycheck" Tour. Nachdem sich die Manager in der Nacht vor dem Rückflug aus dem Staub machen, müssen die Jungs sogar ihre Hotelrechnung prellen, da sie außer den Tickets keinen Pfennig an Kohle dabei haben. So viel zum Thema Rockstars mit jeder Menge Geld ...

Nach diesen Enttäuschungen stehen Savatage schon kurz vor dem Aus, als Jon einen Anruf von Paul O'Neill und John Goldwater bekommt, die mit ihnen als Produzent und Manager zusammen arbeiten wollen. Aus dieser Zusammenarbeit entsteht dann "Hall Of The Mountain King", eines der stärksten Alben der Band. Eine Tour mit Megadeth und Dio folgt und auch ein Video zum Titeltrack. Auf der Tournee taucht zum ersten Mal der 19-jährige Chris Caffery auf, der zwar eine Empfehlung von Produzent Paul aufweisen kann, aber beinahe betteln muss, um auch nur vorspielen zu dürfen. Dabei überzeugt er aber voll und ist eine deutliche Bereicherung für die Konzerte, da er zudem noch einige der Keyboard-Parts übernimmt. Doch der gute Chris steigt schnell wieder aus, da ihn die Crew mies behandelt.

Mittlerweile ist die Freundschaft innerhalb der Band recht groß, und es besteht kein Zweifel daran, dass ein zweiter Gitarrist live von Nutzen wäre. Deswegen holt man Chris bereits nach "Gutter Ballet" zu Savatage zurück. Er findet sogar mit Bild und Credits Erwähnung, obwohl er de facto keinen einzigen Ton zur Scheibe beitragen konnte. Welcher andere Gitarrist außer Criss Oliva wäre zu so etwas bereit? Die Regie für das Video "When The Crowds Are Gone" übernimmt Paul O'Neill selbst, was sich als sehr vernünftig erweist. Für die anschließende Europa-Tour proben die Verrückten dann intensive zehn Minuten, bevor der eine zum Fischen, der nächste zum Tennis und die anderen wahrscheinlich zum Saufen gehen. Es geht doch nichts über eine gute Vorbereitung. Nichts desto trotz hat der Headliner Testament jeden Abend einen schweren Stand.

Die Arbeiten zu "Streets" dauern exakt ein Jahr und werden sogar in seriösen Zeitungen wie der Chicago Tribune oder der L.A. Times gewürdigt. Auch den japanischen Markt können sie endlich erobern - die Konzeptscheibe entwickelt sich zum bis dato erfolgreichsten Album. Unverständlicherweise ist Criss schon nach der "Gutter"-Tour zum zweiten Mal bei Savatage ausgestiegen, um mit seinem Bruder und einigen anderen Nasen ein Projekt namens Witch Doctor zu starten, das jedoch mächtig floppt. Auch Jons extreme Art zu singen, fordert ihren Tribut, und auf der "Streets"-Tour steht Jon zum vorerst letzten Mal als Leadsänger auf der Bühne, da ihm seine Gesundheit langsam flöten geht. Die Musik von Savatage nimmt immer melodischere Züge an, und so ist die Hinzunahme eines neuen Sängers ein logischer Schritt. Jon konzentriert sich aufs Komponieren beziehungsweise auf die Keyboards, und ein neuer Herr namens Zachary Stevens legt eine grandiose Leistung als Sänger hin.

Zuvor lässt Jon es aber mit Chris Caffery und dem Doctor Butcher Projekt noch mal richtig krachen. Als sich Jon 1992 mit einem letzten Konzert als Sänger verabschiedet, stehen sogar Ur-Basser Keith und auch Caffery für die meisten Songs mit auf der Bühne. Für die Aufnahmen zu "Edge Of Thorns" kehren Savatage nach Florida ins Morrissound Studio zurück und legen einen Klassiker hin. Traurig ist lediglich die Nachricht, dass Drummer Steve sich aus dem Line-Up verabschiedet, da er sich auf andere Belange konzentrieren will und somit bei der Tour mit Overkill nicht mit dabei ist. Ihn vertritt Andy James.

Die Tragödie geschieht wenige Tage nach dem Tourende in den USA: Criss und seine Frau werden in ihrem Wagen frontal von einem betrunkenem Fahrer gerammt. Criss ist sofort tot, seine Frau überlebt schwer verletzt. Jon stürzt sich daraufhin in die Arbeit und schreibt parallel mit Paul an einer Broadway-Oper, mit Caffery an der nächsten Doctor Butcher Scheibe und auch am Material für "Handful Of Rain". Auf dieser Scheibe spielt Jon sämtliche Drums, Keys und Rhythmusgitarren selber ein. Auf dem Cover der CD sind Steve Wacholz und Jeff Plate als Musiker gelistet, obwohl sie keinen Ton eingespielt haben - in dieser Band scheint es keine Egoprobleme zu geben. Die Leadgitarren steuert übrigens der ehemalige Testament-Klampfer Alex Skolnick bei. Ein halbes Jahr nach "Handful Of Rain" erscheint die zweite Doctor Butcher-Scheibe, die "Romanovs"-Oper verkaufen Paul und Jon an eine führende Broadway-Produktionsfirma.

Wo die Kerle die Zeit hernehmen, '95 gleich noch ihre zweite Konzeptscheibe "Dead Winter Dead" nachzulegen, weiß niemand. Aber anstatt aufwärts zu gehen, gibt es erst mal wieder eine auf den Sack. Manager John Goldwater wirschaftet in die eigene Tasche und unterschlägt eine beträchtliche Summe. Doch auch um diese Belange kümmert sich fortan Paul, der sowieso schon als Mitglied der Band angesehen wird. Auf "Dead Winter Dead" ist Al Pitrelli als neuer Gitarrist dabei, der zuvor bei Alice Cooper schon glänzen konnte. Die folgenden drei Veröffentlichungen sind zwei Live-Scheiben und eine Best-Of, da die Band hauptsächlich damit beschäftigt ist unter dem Banner Trans-Siberian Orchestra ein Album namens "Christmas Eve And Other Stories" aufzunehmen.

Dann erscheint '97 "The Wake Of Magellan" und steigt in den deutschen Album Charts auf Platz 11 ein. Ein Jahr später wartet man mit der zweiten TSO-Platte namens "The Christmas Attic" auf, die '99 von "Beethoven's Last Night" noch getoppt wird. Von manchen deutschen Kritikern als bessere Fahrstuhlmusik verurteilt, ist der Erfolg in Amerika immens. Eine TSO-Tour folgt, und ein Fernseh-Special "The Ghost Of Christmas Eve" über TSO läuft in ganz Amerika über den Bildschirm. Für Savatage sieht es derweil wieder nicht ganz so rosig aus, da sich sowohl Sänger Stevens als auch Al Pitrelli verabschieden, ersterer startet kurze Zeit später Circle II Circle, letzterer taucht im Megadeth Line-Up auf. Somit machen sich die anderen vier zusammen mit Paul an das nächste Album, das nicht mehr über Atlantic, sondern bei Nuclear Blast America erscheinen wird.

Warum sich Zack von Savatage getrennt hat, ist irgendwie nicht wirklich plausibel, denn Jon sucht ihm nicht nur die komplette Band für Circle II Circle zusammen, sondern schreibt auch einen Großteil der Songs. Dass diese einen merklichen Savatage-Einschlag haben, dürfte somit nicht weiter verwundern. Dennoch verkrümelt sich Zacks Hintermannschaft nach dem ersten Album recht schnell wieder, und der Mann muss sich nach neuen Leuten umschauen.

"Poets And Madmen" steigt auf Platz 7 in die deutschen Charts ein und zeigt, dass Jon als Leadsänger nichts verlernt hat. Für die Touren verpflichtet die Band Gitarrist Jack Frost (Bronx Casket Co., Seven Witches) und den unbekannten Sänger Damond Jiniya. Beide gelten kurz darauf als feste Mitglieder der Band, doch als sich Megadeth auf Grund gesundheitlicher Probleme von Mainman Dave Mustaine auflösen, kehrt Al Pitrelli zur Band zurück, und Meister Frost wird etwas säuerlich vor die Tür gesetzt. Da Al im Sommer 2002 zeitlich verhindert ist, begleitet niemand anders als Jeff Waters von Annihilator die Band auf Tour.

Auch dieser zeigt sich begeistert und kann sich eine weitere Zusammenarbeit mit den Savas durchaus vorstellen, doch diese Band liegt vorerst komplett auf Eis. Das hat mehrere Gründe: zum einen wächst der Erfolg von TSO, zum anderen beschäftigen sich sowohl Chris Caffery als auch Jon Olive mit ihren Solo-Scheiben. Während Chris' "Faces/God Damn War" sich noch recht deutlich von den Savatage-Sachen unterscheidet, muss man sich bei Jon Oliva's Pain und dem Album "Tage Mahal" doch fragen, warum er dieses Album nicht unter dem Savatage-Banner veröffentlicht. Die Parallelen sind eigentlich überdeutlich.

Als Grund hierfür gibt er die zeitlichen und räumlichen Probleme bei den Aufnahmen mit den Sava-Jungs an, die über ganz Amerika verstreut leben. So unterstützen Jon auf seinem Album die ehemaligen Circle II Circle Jungs Christopher Kinder (dr), John Zahner (keys), Kevon Rothney (b) und Matt Laporte (g).

Quelle (http://www.laut.de/wortlaut/artists/s/savatage/biographie/)

Aure
Antaia

exumer
03.03.2005, 11:49
Savatage sind eine meinrer liebsten US Metal Bands. Allerdings mag ich auch nur deren Alben wo Jon Oliva noch singt. Das neuere Zeug ist zwar net schlecht und recht originell, aber ich mags halt net mehr so.

Hat eigentlich jemand zufällig die Sirens auf PAR Records günstig abzugeben?

ILO
03.03.2005, 12:44
Also hab zwar nur ein Album von Savatage (Hall of the Mountain King), aber das gefällt mir eigentlich ganz gut.

exumer
23.07.2006, 12:52
So, dann will ich den Thread mal wieder nach oben holen....


Also, wem gefällt die Band um den Mountain King auch noch gut?

Ich bin grad wieder mal meine Avatar single (*protz*) am hören und find wieder voll gefallen an den alten Sava-Schinken Gerade die ersten beiden Alben und die Hall of the mountain king sind der Oberhammer.... Jon Oliva ist einfach ein Sangesgott sondersgleichen! Schade, dass er sich seine geile Stimme Ende der 80er kaputt gesoffen hat und nicht mehr singt.

Iron Angel
23.06.2007, 00:03
Mag die "Hall Of The Mountain King" ebenfalls. Mag auch die anderen Scheiben nach "Sirens". Aber wie so oft, so ist auch im Falle SAVATAGE deren Debüt meine Lieblingsscheibe von denen.

exumer
26.01.2009, 22:23
*zerr*

Geile Band, bin se mal wieder verstärkt am hören. Absolut purster Metal, zumindest bis 1988. Und dieser Gesang! Ahhhh.... Der fette Mountain King hats halt echt drauf (gehabt)....

POWER Metal!


EDITH

Ein paar musikalisch antiquarische Beweise:

http://de.youtube.com/watch?v=09lkYNllI54

http://de.youtube.com/watch?v=V0Unm7dru9Y

http://de.youtube.com/watch?v=ltKW2Monb7I

http://de.youtube.com/watch?v=8Vgf_nboLlE

Agent Orange
19.06.2009, 22:23
hab mir die band auch mal angehört, nachdem jon oliva auf dem rock hard einige songs mit seiner band gespielt hat, die mir echt unter die haut gingen

bis jetzt hab ich nur die hall of the mountain king richtig gehört, aber das ist wirklich grossartig.. was die olivas da zusammengeschustert haben ist eigentlich schier unglaublich

Prodigal Son
20.06.2009, 13:23
Musste mal Gutter Ballet anhören. Meiner Meinung nach die stärkste...;)

Hall of the Mountain King ist aber auch genial, keine Frage.

Masked Jackal
20.06.2009, 13:34
Göttliche Band! Zur Zeit überhaupt eine meiner Lieblingsbands...

Hall of the Mountain King natürlich vorne weg, gefolgt von Gutter Ballet und Sirens. Aber vereinzelte Über-songs haben sie eigentlich immer mal wieder rausgehauen. So z.b. "City beneath the surface" (Der Hammer :anbet: ) und den Titelsong von der Edge of thorns.

Prodigal Son
20.06.2009, 14:35
Stimmt...finde aber die ganze Edge of Thorns eigentlich stark.

Der Titelsong sticht aber natürlich ein bisschen raus..

Tjodalf
20.06.2009, 16:38
mir gefällt die "power of the night" auch extrem gut (wahrscheinlich, weils auch meine erste war :) )

Verbal_Razor
20.06.2009, 20:27
Fand die ja schon immer eher nur ganz nett ("Sirens") bis voll übel ("Gutter Ballet" - kenne noch diesen ätzenden Videoclip mit den Streichern - total gay und eklig).

Im Ganzen:

Überbewertet wie Sau.

mobbl
21.06.2009, 13:51
Ich finde die älteren Sachen sehr brauchbar.
Das sind schon richtig geile Songs auf den frühen Alben.
An das, was dann später kam, hab ich mich auch gewöhnt.
Die Songs sind sicher auch nicht übel, aber es rockt halt nicht mehr so.

Masked Jackal
21.06.2009, 14:03
@Verbal Razor: Weil Savatage nicht deinen Geschmack treffen, sind sie überbewertet? aha...

Prodigal Son
21.06.2009, 14:45
Überbewertet? Wohl eher unterbewertet..

Vor allem Chris Olivia.

Verbal_Razor
22.06.2009, 06:26
Original von Masked Jackal
@Verbal Razor: Weil Savatage nicht deinen Geschmack treffen, sind sie überbewertet? aha...

Nein. Weil sie ständig ÜBERALL (im RH wars früher ganz schlimm) abgefeiert wurden wie die Sau, meiner Meinung nach zu Unrecht und im übertriebenen Maß.

Viele geile Bands wurden fast totgeschwiegen und Savatage wurden ständig erwähnt und gefeatured.

Unterbewertet sind die sicher nicht, von wem denn?

Ich muss bei dem schmalzigen "Gutter Ballet" kotzen gehen, nach wie vor.

Benjamin Breeg
22.06.2009, 13:36
Original von Prodigal Son
Vor allem Chris Olivia.

Wenn schon dann Criss Oliva. :-P

"Hall Of The Mountain King", "Sirens" und "Power Of The Night" gefallen mir gut, das meiste andere eher nicht so.

Fates Warning
05.07.2009, 20:30
Original von Antaia
Salve!

Eine meiner Lieblings Bands :D



dito! :)

Beda
20.03.2012, 11:23
Savatage war ein sehr geile Band (ich geh jetzt mal davon aus, dass es keine Reunion mehr geben wird).

Neben den hier schon genannten klasse Alben, möchte ich noch das meiner Meinung nach hervorragende Konzeptalbum „Streets – A rock opera“ hervorheben.

Allein diese Textpassage in „A little too far“:

When John Wayne caught the last train out
And Spock and Kirk have had enough
And no one's left to beam me up

cu Beda