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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Metaller


FrostThron
15.04.2005, 20:24
Es soll ja Leute geben, die meinen ein Metaller ist jemand der mindestens einmal im Jahr auf eine Demo geht und dort mehr Lohn fordert ! Wieder andere fragen immer wieder “Was ist eigentlich ein Metaller?”. Und für diese Leute kommt nun die Lösung. Ich werde mich bemühen diesen Leuten die Gattung der Metaller etwas näher zu bringen. Kann ja auch für New Metal Fans (Wichser...hehe) sehr lehrreich sein, dann wissen sie was aus ihnen mal für ein fabelhafter Mensch werden kann und welche Probleme damit verbunden sind.

Der Metaller an sich ist eigentlich ein sehr aufgeschlossener, lebenslustiger, aber auch nachdenklicher und vor allem ein toller Typ. Einen Metaller erkennt man meist schon am äußeren Erscheinungsbild, was im Alltag manchmal mit vielen Vorurteilen und Problemen verbunden ist.

Es macht doch schon einen merkwürdigen Eindruck wenn ein Metaller in eine Fleischerei geht und sich ein halbes Schwein kaufen möchte. Ein Metaller macht das natürlich nicht einfach so, er nimmt diese Hürde mit Stil. Soll heißen, er macht dabei eine besonders gute Figur in der Rhetorik und vergisst nie seine Wurzeln. Der Metaller betritt also die Fleischerei, als ob er in Wacken auf der Bühne steht...mit leicht wedelnder Mähne, geradem Rücken und geschwellter Brust...und haucht voller Anmut und mit ganz viel Stolz in der Stimme (also in bester Will Rahmer [“Sänger“ von Mortician] – Manier) den Satz “Ein halbes Verfluchtes Schwein”! Nach dem Zahlen stolziert er dann wie ein alter Wikinger mit seiner Beute auf der Schulter aus der Fleischerei, und merkt nicht mal das er bei den Verkäuferinnen einen Eindruck wie der Teewurstmann aus der Werbung hinterlassen hat.

Ein Metaller hat auch jede Menge Feinde, alle Leute die in der näheren Umgebung wohnen. Diese Leute werden rund um die Uhr mit allerfeinsten (fast symphonischem) Geknüppel und Gegrunze beschallt, das sogar Onkel Wagner (Richard) mit der Zunge schnalzen würde. Die glücklichen Leute die Einblick in die Wohnung des Metallers haben, kommen auch noch in einen ganz besonderem optischen Genuss, der Luftgitarren-Poser-Performance. Dieser filigran ausgearbeitete Wutausbruch ist für jeden Metaller das Highlight an jedem Tag. Da werden die Haare kreisen gelassen (aber nur unter Berücksichtigung eines sicheren Standes), da wird alles mögliche als Mikrofon eingesetzt, der Besen als Gitarre mißbraucht und natürlich lautstark mitgeschrien und gegrunzt das der Metaller fast jeden Morgen mit Heiserkeit zu kämpfen hat.

Der Metaller hat natürlich auch ein Hobby, sein geliebtes Musikmagazin. Für dieses Bündel Papier mit hochwertigem Inhalt tut der Metaller alles. Ein Metaller feiert dadurch jeden Monat bzw. alle 2 Monate Weihnachten. Wenn der Metaller sein geliebtes Magazin in der Hand hält, ist ihm Alles egal und er ist der glücklichste Mensch (?!?) im Umkreis von 666m. Und natürlich freut sich der Metaller total darüber wenn sein Musikmagazin mal wieder ein richtig “schönes” Cover hat. Am besten eines was so richtig schön provoziert und auf dem ganz viel Blut ist, ein “evil” geschminkter Poser tut es auch. Da freut sich der Metaller, und er geht dann immer mit einem so breitem Grinsen zur Kasse, das die Kassiererin immer ein Pornoheftchen im Musikmagazin vermutet.

Doch das ALLERGRÖSSTE HOBBY des Metallers sind seine Heiligtümer, die Cds bzw. Platten. Da versetzt sich der Metaller immer in die Rolle seiner Urahnen und wird zum Jäger und Sammler. Am meisten angetan haben es ihm die limitierten Erstauflagen und sonstige Raritäten, die MUSS er haben. Aber der Metaller ist auch ein Schnäppchenjäger und Feilscher, da wird so lange verhandelt und diskutiert bis er sich von dem gesparten Geld noch eine CD leisten kann. Denn merke, ein Metaller kauft sich niemals nur eine CD/Platte, er muss immer mit prall gefüllten Taschen nach Hause kommen. Um dann für einen längeren Zeitraum völlig von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Da wird jedes Riff und jeder kleinste Anschlag der Drumsticks untersucht und studiert, ja fast sogar seziert, nur um dann festzustellen, das diese eine Stelle klingt wie die Band X. Und das macht den Metaller stolz, er kennt sich aus.

Und gerade als er mitten in der Musik versunken ist (sogar sein Herz schlägt zur Melodie), hört er ein Mörderdrumming, bei dem sogar The Berzerker (bei dieser Band sollte das Herz nicht mitmachen) neidisch wären. Es ist die alte katholische Oma von neben an. Kaum ist die Tür geöffnet, kommt ihm der schon so oft gehörte Satz mit diabolischen Gekeife entgegengeflattert “GEHT DAS NICHT LEISER?”. Und dann kommt diese berühmte Antwort die jeder Metaller schon mal gesagt hat: “ WAAAAAAS NOCH LEISER?”. Und wie jedes Mal verzieht sich die Oma unverrichteter Dinge.

Viele Leute glauben auch ein Metaller weint und lacht nie. Dem ist aber nicht so. Das man einen Metaller nie lachen sieht, liegt einfach daran das er es in der Öffentlichkeit nur nicht tut. Wie würde denn das auch aussehen? Aaaaaaaber, diese Leute müssten einen Metaller mal sehen wenn er mit der neuen Platte seiner Helden nach Hause kommt, das ist purer Jubel. Oder schickt doch mal einen Metaller mit der Legion of Flames von Zimmers Hole in einen Raum, da hört man nach wenigen Sekunden schon lautes Gelächter und immer wieder Anacondaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!

Und die Behauptung das ein Metaller nie weint ist auch nicht wahr. Ein Metaller weint spätestens am Morgen nach einem No-Mercy Festival bei dem er jede Band durchgebangt hat, und er sich auf dem Weg zur Arbeit seine Schuhe zumachen muss oder er einfach nur versucht seine Füße anzugucken. Tränen laufen auch wenn sein CD-Player oder Plattenspieler kaputt ist.

Menschen der Gattung Metaller möchten auch unbedingt jede Band kennen, nichts ist peinlicher für einen Metaller als die Tatsache das jemand anderes ein Band kennt von der er noch nie etwas gehört hat. Und er ist auch dazu verpflichtet jeden einzelnen Klassiker mindestens einmal gehört zu haben und ihn bei Bedarf, und das ist das Wichtigste, wiederzuerkennen.

Konzerte sind für den Metaller ganz wichtige Veranstaltungen. Ein Konzert ist für den Metaller wie eine Klausur für einen Schüler, denn hier kann er sein ganzes Wissen unter Beweis stellen. Er kann die stundenlang auswendig gelernten Texte mitgrölen, den neuesten Tratsch und Klatsch aus der Metalszene herumposaunen, mit seinen Raritäten angeben und sich mit ganz vielen anderen seiner Gattung unterhalten (und die kennen auch JEDE Band).

Wichtig vor jedem Konzert ist Haare waschen, damit man auch jeden noch so kleinen Takt optisch untermalen kann. Der Metaller erntet auch viel Anerkennung wenn der hinter ihm das ganze Konzert lang den blumigen Duft von Fructis von Garnier in der Nase hat.

Wenn die Nacht anbricht, dann geht es richtig los, der Metaller fängt an zu träumen. Doch das macht der Metaller natürlich nicht einfach so. Bevor er ins warme Metallerbettchen geht, sucht er sich noch eine tolle CD raus, setzt sich die Kopfhörer auf, macht die Musik ungefähr so laut das diese den Pegel eines Livekonzertes hat, macht die Augen zu und stellt sich vor er würde gerade auf der Bühne stehen und vor ganz vielen Leuten auftreten.

Und wenn ihr ganz leise seid, hört ihr den Metaller ganz still und verträumt grunzen. In diesem Sinne...GUTE NACHT KLEINES METALHERZ

Keine Ahnung obs hier schon mal war, aber ich finds lustig :D

Freyja
17.04.2005, 21:26
ich find es auch spite.. also beim Punkt CDs erkenn ich mich wieder! *lach* Und beim Thema Zeitschrift auch! *lach*


Gruß, Freyja

D.-MK-EHST
18.04.2005, 15:53
Na wo der Metaller nicht alles rumschwirrt... :D

Nächstes Mal aber mit Verweis wo Du das her hast ;)

Sayarin
18.04.2005, 17:01
süss.... so kann man wieder mal die klischees sprechen lassen^^

aber ein wahrer fan lacht auch über satiren seiner selbst.

FrostThron
20.04.2005, 19:35
Der Metaller im Urlaub

Es ist Sommer, es ist also heiß und es duftet nach Sexuallockstoffen. Das geht auch an unseren Metaller nicht vorbei. Auch er freut sich auf die warme Jahreszeit, denn da kann er seine Shirts tragen und zwar so das jeder sie sieht. Dies hat Vorteile, umso perverser oder finsterer das Shirt aussieht, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit das sich eine total verschwitzte (und somit übelriechende) alte Frau den Platz neben einem im Bus für sich vereinnahmt. Und so ist der Metaller immer allein im Bus und kann so gemächlich träumen. Dies hat der Metaller auch nötig, er arbeitet hart, sehr hart, und zwar am PC. Dort übt er häufig die Tätigkeit eines Programmierers oder Mediengestalter oder Webdesigners aus. So ist er auch nicht mit gar rock-poppigen Altersgenossen konfrontiert und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. Wie zum Beispiel lustige Streitgespräche in extra für Metaller eingerichteten Gesprächsräumen der virtuellen Art. Oder sich halt informieren, ihr wisst ja alles muss bekannt sein, sonst verliert man schnell den Anschluss. Wäre doch peinlich wenn der Bassist der Lieblingsband sein Nietenarmband jetzt rechts statt vorher links am Handgelenk hat und man weiß das nicht. Oder der Sänger der auf der neuesten CD-Errungenschafft so schön kreischt, das rechte Ärmchen in seiner Freizeit in die Lüfte hebt und die eigene immer noch nach Kleingeld für die nächste CD in der Hosentasche sucht. Wenn man so ein explizites Hobby eines Musikers entdeckt muss, ja muss, man dies allen mitteilen. Die Leute warten auf so innovative, weil nie dagewesene, Diskussionen über Politik im geliebten Metal. Das kommt an, du bist dann geachtet und verehrt. Das macht den Metaller stolz....aber Vorsicht....nicht vor stolz den Arm hochreißen!!! Das sieht nicht gut aus, denk an die Wärme, jeder sieht deine Kristallablagerungen auf deinem neuen Emperor-Shirt.

Und da es so heiß ist und die Festivals bald losgehen, der Metaller aber erst einmal ein wenig entspannen möchte, schmiedet er einen Plan. Er gönnt sich einen erholsamen Wochenendurlaub an der Ostsee. Natürlich nicht allein, er fährt mit seinen recht normalen Kumpels, die er nunmal hat, an die schöne See. Denn seine Metallerkum.... äääähm .... Kameraden sieht er ja schon auf den diversen Festivals, und er will sich ja schließlich erholen. Also schnell geguckt wann’s günstig ist, ahja Pfingsten passt ja super. An solchen Tagen kann man mal ruhig das blasphemische Bierbäuchlein gen Sonne strecken. Und während seine Kumpels noch überlegen was sie einpacken und wie das Wetter wohl wird, zwecks Bekleidung, ist der Metaller längst fertig. So ein fabelhafter Mensch muss da nicht lange grübeln. Er nimmt das mit was er braucht. Und das sieht so aus:

- CDs (und zwar ne ganze Menge...man weiß ja nie in welcher Stimmung man grad ist)
- 2 Bandshirts (falls eines ob der aggressiven Sonneneinstrahlung ein wenig ausgeblichen ist)
- natürlich ordentlich was zu Essen (denn so voller der Magen desto mehr Bier verträgt man)
- genug vom eben genannten “Metallergold”
- einen Gas(“Arm runter”)kocher (“achso”)
- einen Schlafsack oder? Nö braucht man nicht
- hmmmmm was könnte noch fehlen??? Das reicht erstmal

Und so freut sich der Metaller also auf den Urlaub. Einen Abend vorher ist nochmal gründliche Autopflege angesagt, denn schwarz muss auch wie schwarz aussehen. Also ab in die Waschanlage. Doch was ist das!? Der Metaller kriegt auf einmal Herzrasen, hat er etwa sein verlorengeglaubtes ultrarares strengstens limitiertes handnummeriertes Bathory-Demo wiedergefunden!? Schnell der Griff zum Autoradio...zack....Kassette raus...:-((((((....doch nicht. War die Waschanlage. Und da fällt es ihm ein...er braucht noch so ein Teil mit dem er seinen tragbaren CD-Spieler an sein Kassettenradio anschließen kann. Kein Ding, Problem erkannt Problem gelöst. So ist er nunmal der Metaller. Und jetzt ab nach Hause und auf den Urlaub gefreut.

Nächster Morgen 6 Uhr! Die Nachbarn vernehmen schon gar seltsame Töne, der Metaller intoniert vor lauter Vorfreude die Lieder seiner Idole unter der Dusche. Nach genau (aber ganz genau) 66 Minuten und 36 Sekunden ist der Metaller fertig mit der Körperpflege. So ein Tag Urlaub muss ausgenutzt werden. Jetzt noch schnell frühstücken, natürlich bei gemütlicher Hintergrundbeschallung. Und dann kann es ja nach weiteren 4 Alben der Lieblinge auch schon losgehen. Ab ins Auto und zu den Kumpels fahren. Warum fährt der Metaller wohl selbst? Genau, sein Auto – seine Musik! Ganz einfach oder!? Da der Metaller ein wenig Rücksicht auf die Leute mit denen er die nächsten tage verbringt nimmt, legt er erstmal eine CD ein die nicht ganz so hart ist und bei der sich die anderen nicht so belästigt fühlen. Also, schneller griff in die Tasche und schon hört man das Keyboardgeplänkel einer bekannten norwegischen Band die jetzt hier namentlich nicht erwähnt werden möchte. Die Frage seines Kumpels ob dies was dort gar lieblich durch die Boxen kriecht nich letztens auf VIVA zu sehen war, muss der Metaller mit leichtem grübeln verneinen. Er ist sich aber nicht ganz sicher. Und während er auf die Autobahn gen Norden fährt und um zu gucken ob er sicher auf dieselbige fahren kann in den Rückspiegel guckt, trifft ihn der Schlag. NEIN, sowas peinliches, blättert der Rockpopkumpel doch tatsächlich in seinem Metal Hammer und freut sich wie ein Schneekönig wieviel Bands er doch aus dem Heftchen kennt. Dies führt zu der Reaktion das sich der junge Mann nun als vollkommen gleichwertig gegenüber seinem Metallerkumpel fühlt. Dumm gelaufen. Und so muss er nun ständig Fragen beantworten ob er denn diese Band oder jene Band schon mal gehört hat. Bei jeder zweiten gibt er dann als Antwort “Ja, aber nur die alten, noch aus Demozeiten” ...puuuuuh der Ruf ist gerettet, der Jungspund, der sich grad noch ein Raiders (ja der Metaller steht nur auf alte Sachen) welches er unterm Sitz gefunden hat und dies in sich reinstopft, ist nun wieder völlig begeistert von dem Metaller. Das ist grad nochmal gut gegangen, nächstes mal sollte er schon darauf achten das sich solch Peinlichkeiten nicht wiederholen. Nun aber vor Freude mal etwas aufs Gas getreten, der Metaller hat ja schon Durst. Also alles raus holen was das Auto hergibt. Dies ist natürlich nicht so viel, er hat ja schon ein altes Auto (ihr wisst warum). Und da kommen wir schon zu den Identifikationsmitteln Automobil und Fahrstil der Metaller.

Ein stolzer Schwarzmetaller hat auch ein ebenso stolzes Auto. Natürlich mit Baujahr Anfang der Neunziger, Scheiben getönt, so demonstriert man die Abneigung gegenüber der profanen Außenwelt. Hinten prangt ein völlig unleserlicher Heckscheibenaufkleber und das Nummernschild hat die obligatorische 666. Natürlich hat das Auto schwarzen Lack. Und was nicht fehlen darf ist die Klimaanlage, das bringt diesen gewissen nordisch-kühlen Flair in den Wagen und während andere Duftbäume haben hat der Schwarzmetaller Tannennadeln das bringt den Waldgeruch so schön rüber. Die Scheibe der Fahrerseite ist leider ein wenig zerkratzt, es ist halt alles nicht so einfach mit den Nieten und Stachelarmbändern. Auf eine anständige Musikanlage verzichtet er voll und ganz, er mag es monoton mit viel rauschen. Der Fahrstil eines Schwarzmetallers ist eher ruhig und gelassen, und wichtig, er fährt nie Autobahn, immer Landstraße. Ihr wisst schon, wegen der Natur. Und um dies genießen zu können fährt eher halt so gemäßigt.

Der Death – und Thrash Metaller ist der Raser unter den Metallern. Auto eher die Marke bullig und protzig, nicht mehr der beste Zustand. Meist eher so dreckige Farben wie braun, ganz verwegene legen auch wert auf einen knorken Tarnanstrich. Das beste Auto für einen Death-Thrasher ist natürlich ein ordentlicher Jeep. Im Innenraum sieht es eher chaotisch aus, ab und zu mal was amerikanisches oder militärisches. Zu finden ist er meist auf den Autobahnen im Ruhrpott, dort ist es schön dreckig und laut, da fühlt er sich geborgen. Er führt ein Leben auf der Überholspur, er mag es schnell. Die Musikanlage ist das beste am ganzen Auto, soll ja schließlich anständig rumsen und grunzen. Der Arm des Fahrers immer lässig rausgehalten, Scheiben immer unten, soll ja jeder was von den virtuosen Klängen haben.

Kommen wir zu den gefährlichsten metallischen Verkehrsteilnehmern. Den Gothic Metallern ! Diese außergewöhnliche Rasse dieser Fabelwesen Metaller, hat ein akkurat gepflegtes Auto. Im Innenraum verwöhnt einer ständiger Schleier von Patchouli die Nasenschleimhäute, und am Spiegel hängt standardmäßig ein Skelett oder ähnliches. Welches Auto eher bevorzugt dürfte klar sein, die Oma das Gothicmetallers denkt jedesmal an das Schlimmste wenn das Auto ihres Enkels vor der Tür steht. Aber was soll’s, ist schließlich ne Menge Platz drin. Den braucht er auch, die ganzen Klamotten und Pflegeutensilien müssen erstmal untergebracht werden. Im Handschuhfach sind immer ein paar Präservative untergebracht, man weiß ja nie. Ich hab sogar gehört das die kleine Gotenmaus auf dem Beifahrersitz standardmäßig ist, hm...naja! Der Fahrstil ist verträumt, sprich die Straße kriegt unser Gothic Metaller gar nicht so mit, denn entweder ist das Lied so schön das er vor lauter Tränen nix mehr sieht oder er träumt mal wieder. Also Vorsicht !

Aber nun gut. Mittlerweile ist auch unser Metaller mit seinen Dumpfbacken angekommen. Ein gemütlicher Zeltplatz direkt am Strand war das Ziel der Reise. Nun ist es Zeit für das Campingritual eines Metallers. Dies hat überall seine Gültigkeit:

Phase 1: Dominantes Auftreten von Anfang an. Möglichst männlich aussteigen, und erstmal die Lage überprüfen.

Phase 2: Durstlöschung mittels eines Bieres! Der Metaller hat schon seit heut Morgen Durst.

Phase 3: Älteres Ehepaar in der Nähe entdeckt. Revierverteidigung mittels einer guten CD. Die sollen erstmal merken das hier nicht gut Kirschen essen ist. Zum Zeichen des Triumphes wird der Patronengurt offensichtlich geradegerückt.

Phase 4: Der Metaller freut sich das seine Kumpels die Zelte schon aufgebaut haben. Auch sein überaus gut aussehendes Pentagrammzelt steht an vorderster Front.

Phase 5. Das Hissen der Flagge, das hat er auf den Festivals gelernt.

So, nun aber erstmal ab zum Strand. Und während die anderen schon im Wasser mit ihren bunten Badehöschen ausgelassen toben, geht der Metaller nochmal zurück. Sein Bier war schon halb leer. Jetzt wird sich erstmal eine möglichst angenehme Position am Strand gesichert, also eher am hinteren Ende des Strandes, so hat er alles im Überblick. Da wird erstmal jede junge Frau mit schwarzen Badeanzug oder Bikini ausgiebig gemustert, das könnte ja eine sein. Oh, Bier leer -> Blase voll, also erstmal majestätisch in die Dünen pinkeln. Seine Anhängsel sind mittlerweile aus dem Wasser wieder raus und wollen nun endlich grillen. Natürlich am Strand...wo denn auch sonst!? Also das ganze Zeug zum Strand tragen und die Frage des Grillmeisters klären. Das übernimmt natürlich der Metaller. Denn auch in kühlen Sommernächten ist es am Grill kuschelig warm und so muss er sich nichts überziehen was sein Bandshirt verdeckt. Das Bandshirt ist somit auch die ganze Zeit im Feuerschein gut zu erkennen. Das ist wichtig, verdammt !!! Der Grillmeister muss auch immer gut mit Bier versorgt werden, und das wissen die anderen, und somit ist der Metaller versorgt. Für die richtige Atmosphäre braucht man Musik, und so schickt er die anderen los um welche zu holen. Die sollen ruhig alle Tonträger an den Strand schaffen. Der Metaller nennt dann eine Band und diese Trottel legen natürlich die falsche auf, und der Metaller schreit: ”Ey ich wollte Black Metal hören und das ist Death Metal!”. Und dann kommt diese Frage: ”Was ist denn der Unterschied zwischen Black und Death Metal?” Der Metaller würde jetzt wirklich gerne ein Referat über die metallischen Musikergüsse halten, aber hey die verstehen das eh nicht. Also sagt er ganz trocken: ”Das hört man einfach!”. Und wieder ist er der Held, dann fügt er noch hinzu das Lieder von Metalkapellen häufig viel schwieriger komponiert sind als klassische Stücke. Und wieder geht ein Raunen durch die Menge.

Mittlerweile ist es schon spät und die anderen sind auch mächtig blau. Und so beschließen sie alle schlafen zu gehen. Außer der Metaller, der sitzt noch ein wenig am Strand und hört noch ein wenig Musik. Ihr versteht schon, die Atmosphäre!

Am nächsten Morgen ist der Metaller natürlich als erstes wach. Also erstmal Bierfrühstück, das hat sich auf den Festival auch bewährt. Und das die anderen auch sehen was er für ein harter Hund er ist werden sie erst einmal geweckt, dafür hat er ja schließlich die “Panzer Division Marduk” mitgenommen. Spätestens bei “Baptism by Fire” ist dann auch der ganze Zeltplatz auf den Beinen, und der Metaller kann sein Grienen nicht mehr verbergen und freut sich das er es wiedermal geschafft hat. Ob 7:06 Uhr wohl zu früh war!? Naja, erstmal den leckeren Nudeltopf warm gemacht und schon geht’s ab zum Shoppen. Es müssen Souvenirs gekauft werden. Am besten man geht zu Fuß in die nahegelegene Stadt, also nen paar Bier in den mit Bandnamen bekritzelten Rucksack und ab geht die Post. In der Stadt angekommen wird bemerkt das genau an diesen Tag ein Stadtfest ist, das trifft sich gut, so kann man mit seinem Auftreten eine möglichst große Masse erreichen. Also schnell nochmal die ganzen Armbänder und den Gurt geradegerückt und rein ins Gedränge. Nach wenigen Minuten sieht man auch schon überall die traurigen Kindergesichter, allesamt haben keinen Luftballon mehr. Was laufen die auch so dicht neben Metallerarmen. Der Metaller bemerkt irgendwann das sein Magen dem Grindcore fröhnt und bestellt sich kurzerhand erstmal eine “True Thüringer Rostbratwurst”....naja die alten haben besser geschmeckt. Aber erstmal wieder zurück zum Zelt, und dann an den Strand. Musik an, und erstmal in die Sonne legen. Der Strand ist schön voll und so kann man auch gleich die ersten verdutzten Gesichter sehen, wie eine Festung liegt unserer Metaller im Sand. Die Schutzvorrichtungen nach allen Seiten gerichtet, der Patronengurt glänzt im gleißenden Sonnenlicht, ein Bild für die Götter. “At the heart of winter” im CD-Spieler will zwar nicht ganz zur Situation passen, aber wer versteht das schon!? 3 CDs und ein paar Brandblasen am Handgelenk später wird beschlossen das Abendprogramm durch den Besuch der Diskothek, die man vormittags entdeckt hat, ein wenig aufzulockern. Der Metaller hat ja schließlich nicht mehr soviel Bier und es ist der letzte Abend. Also gegen 22 Uhr da eintrudeln und mal ein wenig für Stimmung sorgen. Ran an die Bar und erstmal wieder die Umgebung beobachten. Und ganz WICHTIG!!! meckern, über die Musik meckern. Man muss seiner Gesinnung auch verbal ein wenig Nachdruck verleihen. Dies geht zwar den in der Nähe sitzenden Gästen auf den Sack, aber es muss ja mal erwähnt werden. Jetzt geht’s los, der Metaller hat Lust auf seine Musik, er weiß zwar ganz genau das sein folgender Plan in die Hose geht aber er versucht es trotzdem. Also, hoch den Hintern und zielstrebig auf die Tanzfläche zugehen...ähm...marschieren. Alle grübeln schon was er denn vor hätte, doch nicht etwa tanzen!? Nein, mit böser Mimik und ohne vom Weg abzukommen marschiert der Metaller Richtung DJ. Und dann kommt die Frage die sich der Metaller auch selbst beantworten konnte, “Ey haste ooch Black Metal da???”. Natürlich hat der DJ dies nicht, aber auch dieser weiß jetzt das ein wirklich fabelhafter Mensch unter den Besuchern ist. Nach ein paar Liedern erklingt dann plötzlich “Highway to Hell” und jeder, aber auch wirklich jeder erwartet den Metaller auf der Tanzfläche. Aber nicht mit dem Metaller, er wollte seine Musik und lässt sich nicht mit australischer Rockmusik austricksen. Er sitzt ruhig an der Bar und macht dem Barkeeper klar das AC/DC früher viel besser waren.

Und so wie es in jeder Stadt ist, gibt es auch in diesem beschaulichen Örtchen eine Gruppe junger Männer die gefürchtet und von den Frauen geliebt werden. Und genau diese 6 köpfige Gruppe betritt gerade eben die Lokalität. Das erste was sie erspähen ist unser Metaller. Das gibt’s doch nicht denken sich die Prolls, da wagt es einer tatsächlich auf einen der Plätze zu setzen die eigens für sie sind. Nun aber schnell hin da und erstmal einen dummen Spruch reißen. “Wat bist du denn für einer?”, ha der Metaller ist aber wortgewandt und lässt sich nicht so leicht unterbuttern. “Wer will das wissen?”. Und bevor der Ärger losgeht wird erstmal noch ganz frech ein Bier bestellt. Die Diskokönige haben so langsam die Schnauze voll von dem schwarzen Kerl der sich nix anmerken lässt. Am liebsten würden sie ihn ja mit nach draußen nehmen und dort ein wenig “reden”. Doch dieser gütige Mensch von Metaller möchte lieber über Philosophie und so weiter diskutieren. “Mist” denken sich die Prolls, Biologie kennen sie ja noch aus der 8. Klasse aber von was redet er da nun schon wieder. Und so kontern sie erst einmal mit Satanistenbeschimpfungen. Das freut den Metaller jetzt kann er endlich den Namen Nietzsche ins Spiel bringen und den Jungs erklären was es mit Nihilismus auf sich hat. Auf Fremdworte verzichtet er aber gewiss nicht hehe. Zitiert werden immer wieder ein paar Musiker aber das merken die ja eh nicht, Akhenaten klingt griechisch, das merken selbst die Idioten. Alles klar der Mann kennt sich aus. Und da auch die Mädels so langsam mitbekommen haben das dieser Typ mit dem komischen T-Shirt anscheinend einiges zu erzählen hat und sich deshalb dazu gesellen ist die 6er Gruppe in Zugzwang. Sie müssen es so aussehen lassen als würden sie mitreden können. Erstmal geben sie dem Metaller aber ein Bier aus, das gehört dazu, die angenehme Gesprächsatmosphäre. Auch diese Jungs versuchen es auf den Fachgebieten der Geisteswissenschaften mit dem Musikertrick. Allerdings macht es keinen allzu glaubwürdigen Eindruck die Philosophen Busta Rhymes oder 2 Pac zu zitieren. Denn merke ein Metaller verfügt in jeder Musikrichtung über ein Grundwissen. Das ist wichtig, man muss den Feind kennen. So jetzt ist es aber schon spät und morgen soll es ja schon wieder nach Hause gehen. Also rausmarschiert und wieder mal einen sehr imposanten Eindruck gemacht.

Jetzt noch ein wenig träumen...wie ist ja schon bekannt. Die anderen denken er würde schnarchen, das sollen sie auch ruhig. Jetzt freut sich der Metaller aber wieder auf zu Hause, dort ist es doch am schönsten. Und auch am nächsten Morgen wird er wieder pünktlich um 7:06 Uhr aufstehen und dies jeden wissen lassen. Eines ist er sich sicher, dieser Urlaub war toll und er wird gewiss wieder herkommen. Aber nun sind erstmal die Festivals und dafür muss er lernen...PROST



Na wo der Metaller nicht alles rumschwirrt...

Nächstes Mal aber mit Verweis wo Du das her hast

sorry, dann klau ich dir halt ma deine Signatur ;)

http://www.metallkatharsis.de.vu/

unter "Schriftgut" gibts noch weitere 2 Teile, sehr gut :D

D.-MK-EHST
20.04.2005, 20:29
:D :hoch:

Caja
21.04.2005, 01:47
das habe ich beim metalflirt schon mal gelesen... genialer text ^^

D.-MK-EHST
21.04.2005, 02:52
Du hast mir nichts ins Gästebuch geschrieben :D

Caja
21.04.2005, 03:05
nein das habe ich nicht .. ka wie du auch gehiessen hast .. ich habe die halbe Nacht verbracht um den ganzen Text zu lesen ... ist auch schon länger her

D.-MK-EHST
21.04.2005, 03:22
Der war auch nur kurz drin, da konnten sich dann alle dran ergötzen. Später mussten sie wieder in meine Hackfresse blicken. Metalflirt ist echt kein Zuckerschlecken!

Caja
21.04.2005, 03:38
Original von D.-MK-EHST
Metalflirt ist echt kein Zuckerschlecken!
das ist wahr, aber gut zum werbung machen..

Wolfszorn
21.04.2005, 12:51
Jaja der gute alte Metaller - sehr geil finde :)


KA was Metalflirt ist :cool:

D.-MK-EHST
21.04.2005, 13:05
Musste auch nicht. Hehe.

(diesen Sommer mal Teil 5 schreiben)

Krig
21.04.2005, 14:57
Haha ja das war meiner Meinung nach der beste Text!
Hoher Wiedererkennungswert! ;)

DerMarc
27.04.2006, 22:53
*bump* find ich lustig :D