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Vrost
01.05.2005, 20:03
TAUNUSHEIM - Nebelkämpfe

VÖ: 02.05.05

Genre: Pagan Metal
Homepage: http://www.taunusheim.de

Endlich, nach mehr als 3000 verkauften Exemplaren ihrer 3 Demo-CDs, haben TAUNUSHEIM via Schwarzdorn/Twilight ihr erstes Album "Nebelkämpfe" veröffentlicht.
Das erste, was an dem Debut-Album der vier Heimatverbundenen auffällt, ist das sehr schön gestaltete Cover, welches schon vorahnen lässt, dass es sich bei diesem Werk um Schwarzmetall mit folkigen Einflüssen und heimat- und naturverbundenen Texten, die mitunter auch von Schlachten berichten, dreht. Dieses Stück germanische Schmiedekunst weiß es den Hörer mit viel Abwechslung zu fesseln. Mächtige Riffs und prügelnde Drums haben die gleiche Daseinsberechtigung wie träumerische Keyboardpassagen, Flöten und Maultrommel. Auch der Gesang besticht durch Vielfalt. Black Metal-typisches Gekrächze findet sich genauso wieder, wie die bezaubernde Frauenstimme von Illona, die mit CARVED IN STONE auch ein vielversprechendes Nebenprojekt hat, und männlichen Clear Vocals.
Neben der eigentlichen Musik, die auf 7 Stücke aufgeteilt ist, findet man auf der CD als Bonus auch noch ein Video zu "Taunusheim", das die wunderschöne Landschaft des Taunus eingefangen hat und somit eine wunderbare Atmosphäre vermittelt.
Einziges Manko dieses Silberlings ist die Spielzeit. Mit knapp 33 Minuten (ohne Video) ist der Langspieler doch leider etwas kurz.
Insgesamt ist "Nebelkämpfe" ein würdiges Werk für die 4 Taunusheimer. Freunde von Menhir und XIV Dark Centuries sollten sich diese mit 7 Pagan Metal-Hymnen gefüllte CD nicht entgehen lassen.

Inhalt:

1. Sleipnir
2. Getrunken das Bier
3. Nebelkämpfe
4. Wunderschmiede
5. Taunusheim
6. Followed by the Raven
7. Die Reise zum Aar
+ Video zu Taunusheim

http://www.schwarzdorn.de/Taunusheim/Cover/Taunusheim4b.jpg

« Vrost »

D.-MK-EHST
01.05.2005, 20:11
Pünktlich zum 10 jährigen Bestehen veröffentlichen Taunusheim ihr erstes Album, und machen sich damit nicht nur selbst ein Geschenk. Denn “Nebelkämpfe” bezeichne ich ohne schlechtes Gewissen als sehr gelungenen Albumeinstand. Taunusheim waren mir bisher nur vom Namen ein Begriff, meist aufgrund einiger Lästereien bezüglich des musikalischen Schaffens.
Lästerzungen müssen aber anerkennen, dass Taunusheim mit “Nebelkämpfe” ein Werk veröffentlichen, welches einfach geil ist, um es mal auf den Punkt zu bringen.
Mit dem Nebelhorn werden die Schlachten eingeleitet, begleitend von einem schleppenden Riff. Für den Pagan-Bereich typisches Pferdegetrampel kommt ebenso zum Einsatz, so wird gleich klargemacht, in welchen Fahrwassern man sich hier bewegt. Und das ist 100% mitreißender, zuweilen epischer Pagan Metal, mit deutlicher Keyboarduntermalung.
Was mir sofort auffiel ist die Stimme von Erik. Aggressiv knurrend würde ich als passende Umschreibung wählen. Verbunden mit dem Chor-gleichen Hintergrundgesang baut sich eine unheimliche Atmosphäre schon allein (!) mit dem Gesang auf. Hinzu gesellen sich beim ersten Stück “Sleipnir” noch rasende Gitarrenmelodien. Besser könnte so ein Album gar nicht losgehen. Etwas besinnlicher, bzw. naturverbundener von den Melodien, wird es bei “Getrunken das Bier”. Hier kommt dann auch der typische klare Gesang zum Einsatz. Das ist Pagan Metal in seiner reinsten Form. Verträumte Melodien, verhaltenes Schlagzeugspiel, und schleppende Riffs verbinden sich mit dem Spiel des Keyboards, welches kaum aufgesetzt wirkt, oder gar penetrant störend in Erscheinung tritt. Wie denn auch? Wird es doch durch Flöten und Mundharfe unterstützt. Sehr authentisch. Genanntes Lied ist auch bestens zum Schunkeln geeignet. Neben dem letzten Song “Die Reise zum Aar” ernenne ich “Getrunken das Bier” auch gleich zum besten Lied auf dem leider nur knapp halbstündigen Album. Stimmlich wird hier von Gekeife, bis angesprochenen Klargesang alles rausgeholt, was die Kehlen so hergeben.
Beim folgenden Titelstück “Nebelkämpfe” eröffnet Ilona (Carved in Stone) mit ihrem zarten Stimmchen den heidnischen Reigen. Dies tut sie genau so lange, bis Erik mit seinem Geknurre dazwischenfährt. Und wieder findet man sich auf einer Wanderschaft durch unberührte Natur.
Taunusheim haben ein Gespür dafür wie man latente Aggressionen und naturverliebte Atmosphäre verbindet. Es mangelt halt weder an kriegerischer Stimmung, noch an angesprochene Verbindung zur Natur. Sowas wollt ihr doch hören, ihr Krieger da draußen.
Beim Titelstück fällt das Schlagzeug im Mittelteil allerdings negativ auf, beim flüchtigen Hören könnte man an einen Drumcomputer denken. Es wirkt etwas steril. Dieser leicht bittere Beigeschmack kommt beim letzten Stück leider nochmals auf. Ich dachte erst die CD springt. Dies sind dann aber auch schon die einzigen Sachen, welche mir bei den Instrumenten negativ auffielen.
Aber, ich muss die Kritikerkeule bei der Sprache auspacken. Das Englisch... Nee Jungs, so nicht, das lasst ihr besser mal bleiben. Der gesprochene Anfang von “Taunusheim” stößt doch ganz böse auf. Ich will der Band ja nicht zu Nahe treten, aber ein Engländer lacht sich wahrscheinlich schlapp. Ich konnte mir ein Schmunzeln schon nicht verkneifen. Die Aussprache ist fast kultverdächtig, da der Dialekt auch noch mitmischt. Also lieber alles auf Deutsch, dann wäre dieser Kritikpunkt auch ausgeräumt.
Ich bin aber noch nicht fertig. Einen Videoclip als Bonus auf das Album zu packen ist erstmal eine nette Sache. Allerdings war der Wunsch nach einem Video wohl etwas größer, als die Idee an sich. Das Video ist so nämlich nicht unbedingt nötig. Es sind sicherlich schöne Landschaftsaufnahmen vertreten, dafür lohnt es sich ganz sicher dieses Video anzuschauen, aber der Rest ist einfach zu lahm, zu gespielt. Das Video ist nicht authentisch. Die Idee, welche Atmosphäre Taunusheim aufbauen wollen, und was sie mit dem Video aussagen wollen ist sicherlich zu erkennen, aber leider nicht würdig umgesetzt. Aber Bonus bleibt Bonus, also sei dies nur am Rande bemerkt.
Mehr gibt es da nun auch gar nicht zu meckern. Wer auf hymnenhaften Pagan Metal, welcher auch die Aggression nicht vermissen lässt steht, der kann hier ganz blind zugreifen. Anfangs erwähnte Lästerknaben sollten einfach mal reinhören, ich denke hier hat sich jemand deutlich gesteigert, und gibt nun nur noch Anlass zu objektiver Kritik.
Ich finde dieses Album richtig gut. Gerade auch die Eigenständigkeit sticht ins Auge. Ich kenne keine Band, die ähnlich klingt. Und ganz nebenbei sei der Suchtfaktor erwähnt, ich weiß gar nicht wieviel Durchläufe das Album schon absolvieren musste, es waren einige.
Gut gemacht!

FrostThron
01.05.2005, 20:22
Ja, Taunusheim sind sehr gut, hab das "Ilmjars" Tape, gefällt mir auserordentlich, werd mir die Cd wohl auch zulegen

Krig
02.05.2005, 11:49
Na holla, solch nette Nachrichten an einem sonst beschissenen Tag!

Frostsäufer
20.06.2005, 12:24
cooles teil...

ich mag diesen pagan und vicking kram eigentlich nicht... aber die scheibe weiss zu überzeugen... und der video clip ist kult!!!

DAIN
20.10.2005, 18:21
Irgendwie hab ich nie wirklich Zugang zu deren Musik gefunden...heute hab ich ein paar mp3s von denen aufem Rechner gefunden, und sieh an -es gefällt sehr gut!

Ich denke ich werd mir das Album auch zulegen, aus 3 Gründen:

1. weil mir die Musik gefällt
2. Ich ja slebst aus der Gegend komme, und den taunus sehr schön finde
3. und ich daher mal gespannt auf das Video bin:)

Skollvaldr
20.10.2005, 20:32
mittlerweile bin ich bis auf den spoken word teil restlos von dem album begeistert. es dauert halt seine zeit, bis das ding hier seine volle wirkung entfaltet, es ist aber zeit, die sich im nachhinein sehr lohnt! :)