Obsidian
20.08.2007, 21:17
Konzertbericht: Kosmikud/ Metsatöll - Estland Tour 2007
Kosmoses Näeme Raisk!
18.07.2007 - Pirita Kloostri Varemed
Bericht: Obsidian
Bildquellen siehe Anhang
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/p1.jpg
Mit meinem diesjährigen Aufenthalt in Estland ließ sich glücklicherweise auch ein Besuch der Metsatöll/ Kosmikud Tour, zwei der bekanntesten Rock/ Metalacts Estlands, verbinden. Mit den Pirita Kloostri Varemed (sprich den Pirita Klosterruinen) in Talinn hatte sich auch eine wirklich stimmungsvolle Umgebung gefunden, die für Konzerte dieser Art scheinbar wie geschaffen ist. Bedenkt man jedoch das Alter und den kultur-historischen Wert der Anlage, wundert man sich doch ein wenig, warum man diese gerade einer wildgewordenen Horde von Metalheads überlässt.
Diese Frage klärt sich aber schon kurz nach dem Einlass von selbst, zum einen ist der Rund um die Anlage gelegene Friedhof abgesperrt, zum anderen kann von einer Horde kaum die Rede sein – zwar erspäht man hier und dort das ein oder andere Bandshirt (Neben estnischen Bands wie Loits und Bestia, auch Motörhead, Black Label Society und sogar Emperor), dem Größteil des Publikums sieht man die Vorliebe für härtere Klänge nicht im geringsten an. Dies mag zum einen an den eher rockig ausgelegte Kosmikud liegen, zum anderen aber auch an dem Wesenszug der Esten eher zurückhaltend zu agieren. Jedenfalls ist das Publikum bunt gemischt, und um auf die anfängliche Fragestellung zurück zu kommen, sehr zivilisiert.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k5.jpg
Blick von der Bühne in die Ruinen
Im rechten Seitenflügel der Ruinen stehen zudem einige Einkaufs- Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung, neben Bier und Snackanbietern (!) gibt es selbstredent auch eine Reihe von Merchandise zu durchaus fairen Preisen zu erstehen (CD's für ca. 120 – 150 EEK entspricht 8-10 €, T-Shirt 200 EEK ~ 13 €). Man sorgt sich sichtlich um das leibliche Wohl seiner Gäste.
Insgesamt kann ich nur meinen Kopf schütteln, dass ich grundlegend zu wenig Kronen eingepackt hatte, bei derart passablen Preisen hätte ich durchaus die ein oder andere Langspielplatte von estnischen Kultbands wie den Chaos-Folkern Raid-Ants mitnehmen können - zumal diese Veröffentlichungen hierzulande nur sehr schwerlich aufzutreiben sind. Eine weitere positive Randnotiz macht sich um fast punktgenau 21:00 Uhr bemerkbar, der Sound ist druckvoll und vorallem klar, ist man auf Konzerten in der Heimat auch nicht unbedingt immer gewöhnt.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k1.jpg
Kosmikud
---KOSMIKUD---
Dann konnte es auch endlich losgehen, nach einem kurzen Kinderlied-Intro starten die hierzulande nahezu unbekannten Kosmikud mit ihrem dooming-rockig ausgelegten Set, wobei sich die Musik wirklich nur schwerlich beschreiben, bzw. einordnen lässt. Markante, schwere Riffs, estnischer „Sprech/ Schreigesang“ und hypnotische Melodien vermischen zu einem interessanten Klanggerüst. In dieser Form sicherlich einzigartig, ich empfehle einfach mal selbst reinzuhören, der Auftritt sorgt zumindest bei mir für gepflegtes Kopfnicken, die Esten sind da jedoch schon einen Schritt weiter und feiern die Band gebührend. Sogar 1-2 Headbanger können gesichtet werden, aber ansonsten herrscht das individuelle Tanzverhalten.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k2.jpg
Kosmikud Sänger Hainz (sic!)
Textlich bewegen sich Kosmikud im ironisch-tiefsinnigen Bereich, mit Lyrik über Bildung und ein „Talinner Beerdigungsinstitut“ (sagt zumindest meine Begleitung, mein estnisch erinnert frappierend an meine norwegisch Kenntnisse – außer überlebenswichtigen Ausdrücken wie Wald und Tod relativ beschränkt). Ebenfalls bemerkenswert ist der sympatische Sänger Hainz der fröhlich Blumen im Publikum verteilt und irgendwie etwas an die deutsche Comedy-Legende Helge Schneider erinnert. Jedenfalls ein außergewöhnlicher Opener, der durchaus zu unterhalten weiss. Zum letzten Stück stürmen dann Markus und Lauri, bewaffnet mit Gitarre und der estnischen Variante des Duddelsacks die Bühne und spielen diese Nummer mit Kosmikud zusammen. Dazu gesellt sich noch eine ältere Dame in gesunder Leibesfülle (nähere Zusammenhänge aufgrund unverständlicher Ansagen unklar) die dann auch eine Strophe aus voller Kehle singen darf – und auch dafür mit Blumen geehrt wird. Die Gute dankt es mit der klassischen Pommesgabel.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k3.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k4.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k5.jpg
Kosmikud live
---METSATÖLL---
Nahtlos geht der Abend zu Metsatöll über, praktischerweise standen schon 2 Schlagzeuge auf der der Bühne bereit. Hinter selbigem sitzt übrigens Atso (Herr Atsolf) welcher auch durch seine Aktivität bei den umstrittenen Loits bekannt ist. Metsatöll spielen grob gesagt Folk-Metal; der jedoch aufgrund fehlender Screams/ Growls durchaus massenkompatibel ist, so wurde die gegenständliche Tour estlandweit per Radio/ Plakatwerbung promotet. Ebenfalls Bestandteil des Bandkonzepts sind hypnotische Percussion/ Soundcollagen, welche überraschenderweise auch live präsentiert werden. Untermalt wird dies alles mit epischen Chören und meterhohen Pyroflammen, insgesamt alles eine äußerst beachtenswerte Vorstellung. Hinsichtlich der Playlist wird ein bunter Querschnitt durch die Metsatöll Discografie gespielt, welche in ähnlicher Form auch auf der Live CD/DVD „Lahinguväljal näeme, raisk!“ zu finden ist.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/m1.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/m2.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/m3.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/m4.jpg
Metsatöll live – Rabarock 07
Man hat es sicherlich schon aus vorstehendem Text ablesen können; ein überaus gelungener Abend und mit Sicherheit eines der außergewöhnlichsten Konzerte die ich seit langem erlebt habe. Vielleicht hat der geneigte Mitteleuropäer in ferner Zukunft einmal die Chance eine ähnliche Tour zu verleben, ansonsten bleibt wohl nur die Flucht in den Baltikum.
Quellenverzeichnis Fotografien
Kosmikud: Kertu Rajasaare, Quelle Kosmikud Webpräsenz
Metsatöll: Rabarock 2007, Quelle Metsatöll Webpräsenz
Alle Bilder unterliegem dem Recht der jeweils angegeben Quelle.
Weiterführende Links
http://www.metsatoll.ee
http://www.kosmikud.ee
http://www.estonianmetal.com
http://www.loits.org
http://www.nailboard.org
Kosmikud Video-Clip (http://www.youtube.com/watch?v=AWS_tJ-i24c)
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k7.jpg
Ein grandioses Bandfoto - Kosmikud
Kosmoses Näeme Raisk!
18.07.2007 - Pirita Kloostri Varemed
Bericht: Obsidian
Bildquellen siehe Anhang
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/p1.jpg
Mit meinem diesjährigen Aufenthalt in Estland ließ sich glücklicherweise auch ein Besuch der Metsatöll/ Kosmikud Tour, zwei der bekanntesten Rock/ Metalacts Estlands, verbinden. Mit den Pirita Kloostri Varemed (sprich den Pirita Klosterruinen) in Talinn hatte sich auch eine wirklich stimmungsvolle Umgebung gefunden, die für Konzerte dieser Art scheinbar wie geschaffen ist. Bedenkt man jedoch das Alter und den kultur-historischen Wert der Anlage, wundert man sich doch ein wenig, warum man diese gerade einer wildgewordenen Horde von Metalheads überlässt.
Diese Frage klärt sich aber schon kurz nach dem Einlass von selbst, zum einen ist der Rund um die Anlage gelegene Friedhof abgesperrt, zum anderen kann von einer Horde kaum die Rede sein – zwar erspäht man hier und dort das ein oder andere Bandshirt (Neben estnischen Bands wie Loits und Bestia, auch Motörhead, Black Label Society und sogar Emperor), dem Größteil des Publikums sieht man die Vorliebe für härtere Klänge nicht im geringsten an. Dies mag zum einen an den eher rockig ausgelegte Kosmikud liegen, zum anderen aber auch an dem Wesenszug der Esten eher zurückhaltend zu agieren. Jedenfalls ist das Publikum bunt gemischt, und um auf die anfängliche Fragestellung zurück zu kommen, sehr zivilisiert.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k5.jpg
Blick von der Bühne in die Ruinen
Im rechten Seitenflügel der Ruinen stehen zudem einige Einkaufs- Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung, neben Bier und Snackanbietern (!) gibt es selbstredent auch eine Reihe von Merchandise zu durchaus fairen Preisen zu erstehen (CD's für ca. 120 – 150 EEK entspricht 8-10 €, T-Shirt 200 EEK ~ 13 €). Man sorgt sich sichtlich um das leibliche Wohl seiner Gäste.
Insgesamt kann ich nur meinen Kopf schütteln, dass ich grundlegend zu wenig Kronen eingepackt hatte, bei derart passablen Preisen hätte ich durchaus die ein oder andere Langspielplatte von estnischen Kultbands wie den Chaos-Folkern Raid-Ants mitnehmen können - zumal diese Veröffentlichungen hierzulande nur sehr schwerlich aufzutreiben sind. Eine weitere positive Randnotiz macht sich um fast punktgenau 21:00 Uhr bemerkbar, der Sound ist druckvoll und vorallem klar, ist man auf Konzerten in der Heimat auch nicht unbedingt immer gewöhnt.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k1.jpg
Kosmikud
---KOSMIKUD---
Dann konnte es auch endlich losgehen, nach einem kurzen Kinderlied-Intro starten die hierzulande nahezu unbekannten Kosmikud mit ihrem dooming-rockig ausgelegten Set, wobei sich die Musik wirklich nur schwerlich beschreiben, bzw. einordnen lässt. Markante, schwere Riffs, estnischer „Sprech/ Schreigesang“ und hypnotische Melodien vermischen zu einem interessanten Klanggerüst. In dieser Form sicherlich einzigartig, ich empfehle einfach mal selbst reinzuhören, der Auftritt sorgt zumindest bei mir für gepflegtes Kopfnicken, die Esten sind da jedoch schon einen Schritt weiter und feiern die Band gebührend. Sogar 1-2 Headbanger können gesichtet werden, aber ansonsten herrscht das individuelle Tanzverhalten.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k2.jpg
Kosmikud Sänger Hainz (sic!)
Textlich bewegen sich Kosmikud im ironisch-tiefsinnigen Bereich, mit Lyrik über Bildung und ein „Talinner Beerdigungsinstitut“ (sagt zumindest meine Begleitung, mein estnisch erinnert frappierend an meine norwegisch Kenntnisse – außer überlebenswichtigen Ausdrücken wie Wald und Tod relativ beschränkt). Ebenfalls bemerkenswert ist der sympatische Sänger Hainz der fröhlich Blumen im Publikum verteilt und irgendwie etwas an die deutsche Comedy-Legende Helge Schneider erinnert. Jedenfalls ein außergewöhnlicher Opener, der durchaus zu unterhalten weiss. Zum letzten Stück stürmen dann Markus und Lauri, bewaffnet mit Gitarre und der estnischen Variante des Duddelsacks die Bühne und spielen diese Nummer mit Kosmikud zusammen. Dazu gesellt sich noch eine ältere Dame in gesunder Leibesfülle (nähere Zusammenhänge aufgrund unverständlicher Ansagen unklar) die dann auch eine Strophe aus voller Kehle singen darf – und auch dafür mit Blumen geehrt wird. Die Gute dankt es mit der klassischen Pommesgabel.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k3.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k4.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/k5.jpg
Kosmikud live
---METSATÖLL---
Nahtlos geht der Abend zu Metsatöll über, praktischerweise standen schon 2 Schlagzeuge auf der der Bühne bereit. Hinter selbigem sitzt übrigens Atso (Herr Atsolf) welcher auch durch seine Aktivität bei den umstrittenen Loits bekannt ist. Metsatöll spielen grob gesagt Folk-Metal; der jedoch aufgrund fehlender Screams/ Growls durchaus massenkompatibel ist, so wurde die gegenständliche Tour estlandweit per Radio/ Plakatwerbung promotet. Ebenfalls Bestandteil des Bandkonzepts sind hypnotische Percussion/ Soundcollagen, welche überraschenderweise auch live präsentiert werden. Untermalt wird dies alles mit epischen Chören und meterhohen Pyroflammen, insgesamt alles eine äußerst beachtenswerte Vorstellung. Hinsichtlich der Playlist wird ein bunter Querschnitt durch die Metsatöll Discografie gespielt, welche in ähnlicher Form auch auf der Live CD/DVD „Lahinguväljal näeme, raisk!“ zu finden ist.
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/m1.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/m2.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/m3.jpg
http://bilder.nachtmystiker.de/metsa/m4.jpg
Metsatöll live – Rabarock 07
Man hat es sicherlich schon aus vorstehendem Text ablesen können; ein überaus gelungener Abend und mit Sicherheit eines der außergewöhnlichsten Konzerte die ich seit langem erlebt habe. Vielleicht hat der geneigte Mitteleuropäer in ferner Zukunft einmal die Chance eine ähnliche Tour zu verleben, ansonsten bleibt wohl nur die Flucht in den Baltikum.
Quellenverzeichnis Fotografien
Kosmikud: Kertu Rajasaare, Quelle Kosmikud Webpräsenz
Metsatöll: Rabarock 2007, Quelle Metsatöll Webpräsenz
Alle Bilder unterliegem dem Recht der jeweils angegeben Quelle.
Weiterführende Links
http://www.metsatoll.ee
http://www.kosmikud.ee
http://www.estonianmetal.com
http://www.loits.org
http://www.nailboard.org
Kosmikud Video-Clip (http://www.youtube.com/watch?v=AWS_tJ-i24c)
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Ein grandioses Bandfoto - Kosmikud