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Karg
09.01.2008, 23:48
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Tote Landschaften, große Weiten, wüste Dickichte, felsige Abgründe. Ein Fluss, ein Hochtal, verlassene Ruinen und einsame Statuen. Dazu das Flüstern des kalten Windes – so kann sich der Hörer die Kulisse von „Knell“, dem zweiten Album des Schweizer Ensembles NUCLEUS TORN, vorstellen.

Und tatsächlich zeigt sich „Knell“ im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger „Nihil“ (2006) ungleich düsterer, desolater und bedrohlicher. Erreicht wird die bedrückende Atmosphäre des Albums durch den starken Kontrast extrem lauter, wütender Passagen und Momenten völliger Stille, Trauer und Depression. Dazu wurde auf „Knell“ ein harmonischer Reichtum verwendet, wie er in der populären Musik nur selten zu finden ist. In Kombination mit Themen, die oft auf ungewöhnlichen Tonleitern basieren, sind Kompositionen entstanden, die bewusst negative Gefühle erzeugen.

Dass man es hier mit musikalisch ambitionierten und visionären Künstlern zu tun hat, liegt auf der Hand. Und tatsächlich arbeiteten NUCLEUS TORN schon seit jeher zielstrebig darauf hin, die Tiefe der klassischen Musik, rockmusikalische Energie und die Freude am Klangexperiment miteinander zu einem homogenen Gesamtkunstwerk zu verknüpfen. Mit „Knell“ ist das Ensemble seinem Ziel so nah gekommen wie nie zuvor. Mastermind Fredy Schnyder steht also zurecht selbstbewusst hinter seinem neuen Werk: „Das Album schafft Welten, die so noch nie ergründet worden sind. Ein Hörer, der uns dorthin folgt, wird früher oder später Zugang zu der emotionalen Tiefe von ‚Knell’ finden. Unangenehm und berührend – wie das Leben, wie der Tod.“

Samples:

http://www.myspace.com/nucleustornband
www.prophecy.cd