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Super-Moderator
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![]() Die Fragen wurden beantwortet von Gitarrist und Sänger Olliver Thierjung. Hallo und herzlichen Glückwunsch zum neuen Album. Wie man nachlesen kann, werdet ihr für dieses Werk nur so mit Lorbeeren überschüttet. Das Vorgänger-Album erfuhr auch schon Lobeshymnen und Höchstwertungen. Hattet ihr damit gerechnet, an diesen Erfolg anschließen zu können? Wie sahen eure Erwartungen diesbezüglich aus? Unsere Erwartungen an uns selbst wachsen mit jedem weiteren Album. Wir haben uns schon die "Lorbeeren" erhofft, ist ja klar. Wir wussten aber auch, dass wir mit Paranoid Circus auch ein wenig Risiko eingehen. Denn es sind neue Einflüsse in unsere Musik hinzugekommen. Etwas mehr aus dem Elektro-Bereich und ein klein wenig aus dem Nu-Metal-Bereich. Das war für unsere Entwicklung sehr wichtig, da wir uns nicht mehr so einfach in die Mittelalterband-Schublade reinstecken lassen wollten und noch weniger typisch klingen wollten als dieses Genre. Und trotzdem klingen wir immer noch wie eben Lyriel klingt, nur etwas moderner. Andererseits muss man mit diesem Album etwas mehr Geduld haben, denn es ist nicht ganz so eingängig wie die Vorgängeralben. Dafür hat man es aber auch nicht schnell satt gehört, wie es bei leicht zugänglichem Material schnell der Fall ist. Wie lange habt ihr an dem neuen Album gearbeitet, sagen wir mal beginnend vom Schreiben der Songs an, bis hin zur pressfertigen Abmischung? Oh, da steckt wahnsinnig viel Arbeit drin. 3 Jahre haben wir insgesamt daran gebastelt. Wir haben sehr viel Zeit damit verbracht, unseren eigenen "Sound" zu finden, um eine möglichst gute Produktion zu fahren. Aber da wir nicht nur soundtechnisch einen drauflegen wollten, sondern auch mit unseren neuen Songs, gab es eine Menge zu tun. Daher kam auch die 3-jährige Pause zwischen der Autumntales und Paranoid Circus zustande. Bei den ersten Alben mussten wir einfach auf Grund von Zeitmangel zu viele Kompromisse eingehen. Wir konnten nicht viel rumprobieren, sondern mussten alles so nehmen wie es in kurzer Zeit möglich war und das Beste draus machen. Wir wollten diesmal ein Album mit mehr Liebe zum Detail. Da die Grundlagen nun so weit erarbeitet sind, sollte es mit Nachfolgealben nun nicht mehr so lange dauern wie dieses Mal. Wie fangt ihr im Allgemeinen die Arbeit an einem neuen Lied an? Habt ihr eine bestimmte Reihenfolge oder ein Schema, dem ihr dabei folgt? Ja, das ist immer dieselbe Vorgehensweise. Erst entsteht die Komposition, dann der Text. Die Komposition beinhaltet zu Beginn einen Grund-Rhythmus und eine Melodie. Meist eine Strophe und einen Refrain. Das ist so das Grundgerüst, alles Andere entsteht dann drum herum. Arbeitet ihr alle in etwa zu gleichen Teilen an den Stücken oder gibt es jemanden, der hauptsächlich die Impulse gibt, sozusagen einen Hauptschreiber? Die Komposition ist hauptsächlich mein Job. Aber auch Martin, unser Keyboarder, mischt da ganz gerne mal mit und liefert den einen oder anderen Song. Ab und zu auch mal Linda, unsere Cellistin, aber es hat sich irgendwie so entwickelt, dass sie sich mittlerweile hauptsächlich um die Texte kümmert. Früher habe ich auch mal getextet, vor allem auf dem Prisonworld-Album. Mittlerweile halte ich mich da aber raus und konzentriere mich nur aufs Komponieren. ![]() Wo bezieht ihr eure Inspiration her? Habt ihr musikalische Vorbilder an denen ihr euch orientiert oder sonstige Wege, euch von der Muse küssen zu lassen? Es gibt Bands aus verschiedenen Musik-Sparten, die einen wirklich inspirieren. Jede Band hat so ihre Stärken, ob es nun der Aufbau eines Songs ist, der Rhythmus, die Instrumentierung, oder ein gewisses Feeling. Diese Inspiration gepaart mit eigenen Ideen ist die Grundlage zum Tüfteln. Ich habe gemerkt, dass es auch sehr interessant ist, aus Fehlern anderer zu lernen, nicht nur aus seinen eigenen. Daher lese ich mir mittlerweile auch ganz gerne mal Reviews von anderen Bands durch, von denen ich mich gerne inspirieren lasse. Das fliesst dann z.B. auch als Inspiration mit ein. Aber auch Wut, Euphorie oder andere Gefühle können die Kreativität ganz schön ankurbeln. Und auch Ziele für das kommende Album sind doch sehr wichtig, aber ohne Erwartungen. Die Ziele können gar nicht hoch genug sein. Weniger erreichen kann man ja immer noch. Was hat dazu geführt, keltische Einflüsse mit in die Musik aufzunehmen und was fasziniert euch so daran? Bot es sich an wegen der Geige oder ist jemand von euch kulturell im Keltentum verwurzelt? Wir haben keine gebürtigen "Kelten" bei uns in der Band, oder derartige Vorväter. Aber ich denke das muss auch nicht, Musik kennt keine Grenzen oder Länder. Es ist noch nicht mal so, dass wir sagen, unsere Musik muss unbedingt keltische Einflüsse haben, irgendwie gehört es aber in unserer Musik mit dazu. Wahrscheinlich deshalb, weil keltische Musik besonders geheimnisvoll und melodisch ist und gefühlsmäßig besonders tief greifen kann. Inwiefern bindet ihr private Erfahrung in die Musik, beziehungsweise in die Texte mit ein? Stellt das ganze vielleicht sogar einen Teil des Verarbeitungsprozesses von Erlebnissen dar? Vielleicht kann man es am Besten mit einem Traum vergleichen. Es ist eine Mischung aus Verarbeiten von Erlebnissen und einer Geschichte die im Kopf entsteht. Mal mehr von dem Einen, mal mehr von dem Anderen. Was genau steckt hinter dem Konzept des „Paranoid Circus" und wie funktioniert es? Paranoid Circus steht für den Zirkus im Leben, mit dem sich jeder herumschlagen muss. Das Leben ist ja oft genug ein Zirkus und auch oft genug verrückt. Das Album beginnt mit Simon Jäger als Sprecher. Man soll sich in ein Theater oder eine Manege versetzt fühlen, kurz bevor die Show beginnt, während Simon Jäger das Publikum willkommen heißt. Der Albumtitel entstand aus einem Song, der so hieß und der irgendwie sehr gut zu der Situation passte, in der wir uns vor kurzem befunden haben. Wir hatten ganz schön Zirkus mit unserem letzten Label, das ging bis vors Gericht. Zum Glück gehören diese Probleme der Vergangenheit an. ![]() Wie bringt sich das Cover-Artwork dazu ein. Inwiefern wird dadurch die Musik des Albums visualisiert? Das Album ist bewusst sehr surreal gestaltet. Es soll damit den Albumtitel unterstreichen, wirkt aber gleichzeitig, wie soll es auch anders sein, lyrisch. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Simon Jäger auf eurer Scheibe sprechen zu lassen? Dieser Kontakt ist über unseren Manager zustande gekommen. Wir fanden es sehr passend, das Album mit mehreren Sprech-Passagen zu bestücken. Simon ist ein Supernetter und es hat viel Spaß gemacht, mit ihm zusammen zu arbeiten. Gibt es etwas, das ihr schon immer mal in einem Interview erzählen wolltet, es aber nicht konntet, weil euch niemand danach gefragt hat? Hier ist eure Chance. Also ich wäre leidenschaftlicher Schachspieler, wäre regelmäßig im Kino und bestimmt häufiger mit Freunden verabredet. Vielleicht würde ich sogar Computerspiele spielen. Die Frage dazu: Was würdest Du machen wenn Du kein Musiker wärst? Haha. Nein, aber im Ernst. Um Musik ernsthaft zu betreiben, muss man schon ganz schön einen an der Waffel haben (oder eine Menge Geld damit verdienen). Es nimmt unglaublich viel Zeit in Anspruch. Für einen selber bleibt da nicht mehr viel Freiraum. Aber es gibt einem so viel, wenn man mit seiner eigenen Musik Leute begeistern kann, dass man bereit ist, dieses Opfer zu bringen. Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Wo wird man euch in kommender Zeit mal live bewundern dürfen? Ich habe bereits mit der Komposition für das nächste Album begonnen. Nach kurzer Pause wird gleich weiter getüftelt. Unser Ziel ist es, 2011 bereits das nächste Album zu veröffentlichen. Das Ganze aber ohne Gewähr! In dieser ersten Jahreshälfte haben wir aktuell zwei Termine anstehen: 30.04.2010: Walpurgisnacht 2010, Leipzig/Bockwitz, 21 Uhr 16.04.2010: Support von "Nachtgeschrei", MTC Cologne, Köln, 20 Uhr Weitere Termine gibt’s auf unserer Homepage: www.lyriel.net Vielen Dank für das Interview. Die letzten Zeilen gehören euch. Jeder der Lyriel noch nicht kennt, sei eingeladen uns auf MYSPACE kennenzulernen und sich selbst ein Bild über unsere Musik zu machen: http://www.myspace.com/lyrielband Wir freuen uns auch immer über Gästebucheinträge. ![]()
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